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Frank Semper

 

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Das Volk der Kogui ist davon überzeugt, dass sich das Herz der Erde in ihrer Heimat, der kolumbianischen Sierra Nevada, befindet. Und dass es für das Gleichgewicht dieses Planeten zuständig ist.

In letzter Zeit sind die „Großen Brüder“, wie sie sich selbst nennen, in großer Sorge: Ihre Beobachtungen legen nahe, dass die Welt bedrohlich aus der Balance geraten ist.

 

 

Ein Kogui-Mädchen aus Domingueka: Die Kinder besuchen inzwischen die Schule
Ein Kogui-Mädchen aus Domingueka: Die Kinder besuchen inzwischen die Schule. Foto: Peter van Agimael

 

 

Der Besuch eines Kogui-Dorfes ist wie eine Zeitreise: Es sieht hier noch immer so aus wie zur Zeit der großen Flucht vor 400 Jahren. Die Dächer der Hütten sind mit Wildgras gedeckt und oben immer zu zwei Hörnern gebogen – wie die Doppelgipfel der Sierra Nevada.

 

Der hagere Indigene mit den langen, verfilzten Haaren heißt Chimulata und ist ein „Mamo“, ein spiritueller Führer und Priester der Kogui. Als Erbe einer geheimnisvollen Epoche präkolumbianischer Kultur hütet der Schamane in dem ausgeblichenen, verschlissenen Umhang uraltes Wissen, als Empfänger verschlüsselter Botschaften aus bedrohter Natur aber treiben ihn prophetische Ahnungen eines Weltuntergangs in naher Zukunft um: Führt unser Weg, der Siegeszug der westlichen Zivilisation, ins Verderben und ist die Gefahr schon jetzt viel größer, als selbst die pessimistischen Experten glauben ?

 

 

Mamo Chimulata, Priester der Kogui
Mamo Chimulata, Priester der Kogui

 

 

Die Heiligtümer der Kogui sind die Berge, Bäume, Bäche und Flüsse ihrer Heimat, die sie als das „Herz der Erde“ begreifen. Nach dem Glauben der Ureinwohner dient die Natur der Sierra Nevada de Santa Marta der gesamten Menschheit. Wird sie zerstört, weil Staudämme gebaut, Bodenschätze ausgebeutet oder Wälder abgeholzt werden, drohen Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis nicht nur in der Nähe, sondern überall auf dem Planeten.

 

Der Prophet und die anderen Seher der Kogui sprechen nur mit Besuchern, die nach ganz bestimmten Riten ein umfassendes spirituelles Bekenntnis abgelegt haben. Der Weg zur Weisheit ist dennoch weit weniger beschwerlich als die Reise zu den Weisen selbst. Denn die Kogui, das am stärksten auf seine Traditionen beharrende indigene Volk Kolumbiens, leben in einem der am wenigsten erforschten und unzugänglichsten Orten der Erde.

 

 

Die Sierra Nevada de Santa Marta
Die Sierra Nevada de Santa Marta

 

 

Die „Schneebedeckte Sierra der Heiligen Marta“ ist das höchste Küstengebirge der Welt. Innerhalb von knapp 40 Kilometern erheben sich ihre Berge vom Strand auf über 5000 Meter. Von ihren Gipfeln fallen felsige Steilhänge, ziehen sich undurchdringliche Urwälder, schießen tosende Wildbäche und Flüsse ins Karibische Meer.

„Sie erhebt sich urplötzlich, wie ein festes Schloss“, schrieb Alexander von Humboldt 1801 über die Sierra. Der berühmte Entdecker bewunderte die „dichte Vegetation“ und „riesenmäßige Bäume“ - etwa den Esparve mit seinen schneckenförmig gebogenen Früchten und den Cuipo, dessen “ große, fünfflügelige Früchte Laternen aus geöltem Papier gleichen“. Sie werden bis zu 60 Meter hoch. In ihrem Schatten, so Humbolt, jagt der Jaguar Tapire, über der Kronenregion schweben Kondor und Harpyie, der sagenhafte Affenadler, einer der größten Greifvögel der Erde. Die eigentlichen Charaktertiere der südamerikanischen Tropen sind jedoch viel kleiner: „Das tägliche Botanisieren ab fünf Uhr früh würde“, klagte Humboldt am Saum der Sierra, „noch viel größeren Reiz gehabt haben, wenn in diesen furchtbaren und sumpfigen Gegenden wir nicht von den Mosquitos, Sancudos, Xegen und den unzähligen Arten Schnaken … so geplagt worden wären.“

 

Manchmal gehen auch Leute verloren – sei es, weil die üblichen Gefahren des Dschungels drohen; sei es, weil paramilitärische Verbände das schwer zugängliche Gebiet als erstklassiges Versteck nutzen. Kein Platz jedenfalls für touristische Erkundungen auf eigene Faust!

 

 

 

 

Für die Kogui ist das Gebirge wie ein menschlicher Organismus – mit den Gipfeln als Kopf, den Seen als Herz, den Flüssen und Bächen als Adern, den Böden als Muskeln und den Bäumen und Sträuchern als Haar. „Die große Mutter hat die Welt erschaffen und sie wie ein Ei geformt, das in neun Schichten unterteilt ist,“ erklärt uns Mamo Chimulata seine Welt. „Alle Dinge haben neun Väter und neun Mütter. Sintana war der erste Kogui und ein Sohn der großen Mutter. Er nahm die Sonne und setzte sie hoch ans Firmament. Sie schien neun Tage lang und verbrannte die Erde. Dann nahm er sich Seinake zur Frau, die über den Mond gebietet, und die Erde wurde fruchtbar.“

 

 

Die Heimat der kogui in der Sierra Nevada

 

 

Man könnte glauben, die Sierra Nevada de Santa Marta sei das nördlichste Ende der Anden, aber das ist sie nicht. Sie ist ein eigenständiger Gebirgsstock, der sich durch die Verschiebung der Karibikplatte nach Osten noch vor den Anden gebildet hat. Seine höchsten Erhebungen, der Pico Cristobal Colon und der Pico Simon Bolivar, mit jeweils 5775 Metern die höchsten Berge Kolumbiens, nehmen den Himmel auf die Hörner.

Im Nordosten reicht der Blick bis zur wilden, windigen Halbinsel Guajira. Im Norden liegt der fruchtbare Küstensaum, im Westen die „Ciudad Perdida“, "die verlorene Stadt.“. Dort herrschten einst die Ahnen der Kogui über Tayrona, das indianische Reich, das einst am Fuß der Sierra blühte, bis die spanischen Konquistadoren kamen. Das kleine Reich behauptete sich inmitten verschiedener Staatsgebilde der Chibcha, die viele Jahrhunderte lang vom heutigen Panama bis Bogota gediehen. Archäologen datierten Gräber aus dieser Epoche bis zurück ins fünfte Jahrhundert nach Christus.

 

Die Chibcha gelten als Ursache für den Völkermord an den Idigenen im 17. Jahrhundert: Sie waren begnadete Goldschmiede, zahlten mit Smaragden und opferten Menschen. Ihr oberster Herrscher, der Zipa, sollte als „Sohn der Sonne“ auch so glänzen. Deshalb wurde er bei der Inthronisierung am ganzen Körper mit Goldstaub bedeckt. Nach der Zeremonie wusch er sich im See von Guatavita und Untertanen warfen kostbare Opfergaben ins Wasser.

Die Geschichte von „El Dorado,“ „Dem Vergoldeten“ machte unter den Konquistadoren rasend schnell die Runde. Kein Wunder, das sie sich wie die Geier auf die „Goldküste“ stürzten, Gewehre und Seuchen töteten in der der Folge tausende Ureinwohner.

Die Vorfahren der Kogui flüchteten zur Großen Mutter in die Sierra. Dort lebten sie fortan in der typischen Armut der tropischen Wildnis.

Ihre „Hauptstadt“ in den Bergen wurde nie erobert; Pocken, Gelbfieber und andere Krankheiten aus der alten Welt entvölkerten sie. Urwald überwucherte die Ruinen, nicht einmal mehr Missionare interessierten sich noch für sie. Erst 1915 knüpfte ihnen der deutsche Ethnologe Konrad Theodor Preus wieder einen Kontakt zur Welt. Ihm folgte Jahrzehnte später der aus Salzburg stammende Anthropologe Gerado Reichel-Domatoff. Seine 1955 erschienene wissenschaftliche Beschreibung der Kogui-Kultur ist bis heute eine der profundesten Arbeiten zum Thema geblieben.

 

 

Die Schule in Domingueka: 200 Kinder lernen hier bis zur Reifeprüfung.
Die Schule in Domingueka: 200 Kinder lernen hier bis zur Reifeprüfung. Foto: Peter van Agimael

 

 

Nach einer Stunde Mopedfahrt mit unserem Führer Antonio steht ein Schild im Busch: Schule, Krankenstation. Ein beruhigender Anblick. Die Bauten aus rotem Backstein stehen dort, wo wir das Dorf Domingucka erwarten. Ernüchterung: Das soll ein Kogui-Dorf sein?

„Dort!“, sagt Antonio und zeigt auf die Anhöhe. Dann winkt er einen jungen Mann herbei. Er soll uns ein bisschen herumführen, während Antonio unseren Besuch ankündigt. Antonio weist den Burschen ein, aber erst nachdem er mit ihm Kokablätter getauscht hat. Es ist das klassische Begrüßungsritual: Jeder Kogui hat ein paar Handvoll Kokablätter dabei, in einem kunstvoll geknüpften Umhängebeutel. Das Statussymbol des erwachsenen Mannes ist der Poporo, ein ausgehöhlter Kürbis, der mit dem Kalk zerriebener Muscheln gefüllt ist. Im Hals des Gefäßes steckt ein langer Stab. Die Männer kauen die Kokablätter, befeuchten den Stab mit dem Mund, tauchen ihn in den Kalk und stecken ihn dann wieder in den Mund. Der Kalkstaub löst die Alkaloide in den Kokablättern und der Pflanzensaft wirkt wie ein starker Tee. Getrocknete, gelbgrüne Speichelspuren auf den Lippen zeigen an, wie oft und intensiv dieses Ritual ausgeführt wird.

 

 

Koguis bauen im Reserva Caoba eine Brücke auf traditionelle Art.

 

 

Der junge Kogui spricht Spanisch, hat Krankenpfleger gelernt und erklärt uns die Schule: 200 Kinder lernen hier bis zur Reifeprüfung, es gibt eine Bibliothek, Computer und Solarstrom. Man kann sagen: Der Staat hat für seine Ureinwohner etwas übrig.

 

Das war nicht immer so. In den 1960er Jahren drangen gewalttätige Kolonisten in die Sierra ein. Sie besetzten die Felder der Kogui, vergewaltigten ihre Frauen und wieder brechen Seuchen aus. Erst der italienische Padre Emilio Cuchiella stoppte das Morden. 1986 gründen die Kogui mit der „Gonawindua Tayrona“ eine politische Organisation, die ihnen zum ersten Mal eine Stimme gibt, die auch gehört wird.

Trotzdem kommt es bald noch schlimmer: Die Vorläufer des Medellin-Kartells züchten auf versteckten Plantagen die Marihuana-Spitzensorte „Santa Marta Golden“, der berüchtigte Drogenbaron Pablo Escobar lernt hier sein Handwerk. Später bauten die Drogenbarone und auch die Guerilla der "FARC" Kokainfabriken in die Berge.

Und was machen die Kogui? Verfluchen sie die Weißen, wünschen sie ihren Bedrängern und Bedrückern Unheil? Keineswegs. Sie nennen die Mitbürger spanischer Abstammung, wie alle anderen Nicht-Indigene, „Kleine Brüder“. Sie selbst begreifen sich als „Große Brüder“, die verpflichtet sind den Kleinen zu helfen.

 

 

Alberto und seine Familie in Tungueka. Der Name des Dorfes bedeutet "Seht, ich übergebe euch den Berg."
Alberto und seine Familie in Tungueka. Der Name des Dorfes bedeutet "Seht, ich übergebe euch den Berg." Foto: Peter van Agimael

 

 

Antonio kommt zurück. Ein paar Schritte und wir sind in einer anderen Zeit: den Tagen der großen Flucht vor 400 Jahren. 40 Rundhütten, alle auf dickem Fundament. Die Wolkenbrüche des nächsten Tages mit ihren Schlammströmen zeigen warum. Wände aus Bambus und Zuckerrohr, dazwischen Quader aus Lehm. Dächer aus Wildgras, immer zu zwei Hörnern gebogen, so wie die Sierra mit ihrem Doppelgipfel. Der Boden besteht aus gestampftem Lehm – nichts wärmt und kühlt besser. Statt Möbeln: Hängematten. Reichtümer gibt es hier nicht.

Männer und Frauen ackern auf dem Feld: Sie bauen Malanga und Yuka an, stärkehaltige Knollen. Daneben wachsen Kochbananen und Zuckerrohr. Antonio führt uns zu der einzigen rechteckigen Hütte. Die vier Seitenwände sind unten aus getrocknetem Lehm, oben aus – Luft! Die Türen müssen immer geschlossen sein, sagt Antonio. Sonst kriegen wir bald Besuch, vor allem von Hühnern und Schweinen. Auch Schlangen können kommen, auf Rattenjagd.

 

 

Blick in eine der Kogui-Hütten: Eine Frau ordnet Agavenfasern zur Herstellung einer Mochilla, der typischen Umhängetasche der Kogui.
Blick in eine der Kogui-Hütten: Eine Frau ordnet Agavenfasern zur Herstellung einer Mochilla, der typischen Umhängetasche der Kogui. Foto: Peter van Agimael

 

 

Ein Idigenendorf ist wie eine Bühne, jeder Beobachter wird im Handumdrehen selbst zum Objekt. Große Kinderaugen sehen beim Auspacken und Einrichten zu. Das Zeremonienhaus gleich neben dem Gästehaus hat Seitenwände aus Bast im Rhombenmuster. Innen stehen flache Bänke um vier Feuerstellen. Auf ihnen sitzen ausschließlich Männer beim Treffen mit Verwandten aus anderen Dörfern bis zum Morgengrauen. Am etwas kleineren Frauenhaus schmücken Zickzackmuster die Seitenwände.

Die Priester der Kogui thronen auf Steinsesseln unter einem großen Baum mit breiter Krone und blicken auf den schäumenden Rio Santa Clara. Der Name des Dorfes bedeutet „Heiliger Berg der guten Sachen“. Es liegt mitten auf einer magischen Verbindungslinie zwischen dem alten Hafenstädtchen Dibulla aus präkolumbianischer Zeit und den Zwillingsgipfeln der Sierra. Das macht die Suche mit Google Earth etwas leichter. Ein Klick und auf dem Monitor erscheinen sechs Fotos von den Hütten. Auch auf den Computern der Schule. Die Koguis wissen, dass die Welt sie auf dem Schirm hat.

Allerdings können Satelliten nicht mit Menschen reden, uns gelingt das erst nach einer Aufnahmezeremonie ein Dorf weiter, in Tungueka („Seht, ich übergebe euch den Berg“). Diesen Ort kennt Google nicht. Dort sitzen die Mamos auf gerundeten Granitblöcken, schieben die Stöcke in ihre Poporos, lecken die grüne Kalk-Kokapaste und konzentrieren ihre spirituellen Kräfte. Denn der Poporo ist ein Sonnentempel en miniature und ein Ebenbild der Sierra als Nabel der Welt. Der weiße Kalk, der sich im Laufe der Zeit um die Öffnung ansammelt, gleicht dem Schnee der Bergspitzen. Zugleich repräsentiert die Öffnung eine Vagina, in die der Stock als Phallus eindringt. Das Kokaritual hat viele Bedeutungen. Es dient auch als Kontaktaufnahme mit den Ahnen, den Brüdern, den Tieren und Pflanzen zur Diagnose der Welt.

Das Reinigungsritual will Besucher von negativen Energien befreien. Sie sollen dem Schlechten ihrer eigenen Welt entfliehen, damit sie sich ganz auf die Lehren der Kogui einlassen können. Nicht eben leicht für einen westlich geschulten Verstand mit seinen üblichen Zweifeln. Die Kogui denken anders: Sein und Sollen, für Europäer schmerzlich getrennt, sind in der indigenen Philosophie eins. Und Zeit verläuft nicht linear, sondern zirkular als ewiger Kreislauf von Leben und Tod.

 

 

Die Mamos von Tungueka: Kokablätter kauen und die spirituellen Kräfte konzentrieren
Die Mamos von Tungueka: Kokablätter kauen und die spirituellen Kräfte konzentrieren. Foto: Peter van Agimael

 

 

Das Ritual beginnt. Einer der jüngeren Mamos führt uns zu einer nahen Felsengruppe. Dort steht der älteste Priester mit dem Rücken zu uns und murmelt Beschwörungsformeln. Wir folgen den Anweisungen des jüngeren, lassen die ausgestreckten Arme kreisen und halten die gespreizten Finger über eine vertrocknete, schwarze, durchlöcherte Frucht. Erst jetzt sind Fragen möglich. Wie kamen die Kogui auf die Welt? „Am Anfang war die Welt ohne Geister, ohne Mond, Wasser, Bäume, Lehm, all das ist weiblich“, übersetzt Antonio die leicht kryptische Antwort des ältesten Weisen. „Die Felsen verwandelten sich in Tiere. Als der Wurm geboren wurde, fehlten immer noch die Menschen. Da versammelten sich die neun Väter und schufen neun Männer und neun Frauen …“

 

Wer jetzt erhellende Erläuterungen erhofft, wird enttäuscht: Mamos erklären selten etwas. Land und Leben der Indigenen sind in den Gesetzen der Natur festgeschrieben, in den Lagunen, den Steinen, den Bergen, dem Schwirrflug der Kolibris, dem Wind. Die Mamos erkennen und verstehen den Geist dieser Gesetze und nutzen sie als Leitfaden für die Erziehung ihrer Kinder, für ihren sozialen Zusammenhalt, für die physische und spirituelle Existenz jedes Einzelnen. Und auch für die „Kleinen Brüder“ überall auf der Welt. Jeder Teil des Lebens folgt einem festen Plan, einem unabänderlichen Gesetz. Alles ist zugleich materialisierter Geist und Geist gewordene Materie - „Aluna“, wie die Kogui sagen.

 

Der Rest ist von jenem trotzigen Selbstbewusstsein, das über die Jahrhunderte die kulturelle Anpassung an die kolumbianische Mehrheitsbevölkerung verhinderte: Nur die Mamos können die verletzte Natur heilen, Katastrophen abwenden und Krankheiten überwinden. Nur wenn die Sierra Nevada de Santa Marta unversehrt erhalten bleibt, kann die Menschheit genesen.

 

 

Wolkerbruch in Tungueka: Gut, dass die Hütten stabile Fundamente haben
Wolkerbruch in Tungueka: Gut, dass die Hütten stabile Fundamente haben. Foto: Peter van Agimael

 

 

Kolumbien ist reich an Rohstoffen. Seine Schätze wecken Begehrlichkeiten. Die Kogui und die anderen indigenen Völker wehren sich gegen diese Form von Fortschritt. In ihren Augen zapfen Bergwerke der Mutter Erde das Blut ab. Das Wasserkraftwerk am Rio Rancheria, das die Karibikküste mit Strom versorgt, ist für sie ein gefährlicher Eingriff in die Balance der Natur. Obwohl seit seinem Bau die verheerenden Überschwemmungen ausbleiben. Vor allem wehren sich die Kogui dagegen, dass sie an vielen Orten keine Opfergaben („Pagamentos“) mehr darbringen können. Sie fordern auch die Rückgabe der Goldschätze aus dem Tayrona-Reich aus dem Nationalmuseum in Bogota. Dort seien sie hinter Glas eingesperrt und niemand nähre sie. Ihr Fehlen störe das Gleichgewicht in der Sierra. Schon schmelze das Eis auf den Gipfeln, falle weniger Schnee, dursteten die Bäche.

 

Erreicht haben Kolumbiens Indigene immerhin, dass die Regierung viele Ansprüche sowie die traditionellen Landrechte inzwischen anerkennt. Ihre 788 Reservate sichern ihnen heute fast ein Drittel des Staatsgebiets. Allerdings ist nur ein Zehntel der Fläche nutzbar.

10.000 Kogui leben heute in der Sierra. Die Jüngeren sprechen Spanisch und suchen einen Weg in die neue Zeit ohne ihre Wurzeln zu kappen. „Ein Kogui“, beschreibt Juan Mamatakan, lange Jahre Gobernador in dem Reservat, die Herausforderung, „muss heute sowohl in seinen Traditionen als auch im westlichen Sinne perfekt ausgebildet sein.“

 

 

Die Sierra bei Sonnenaufgang
Die Sierra bei Sonnenaufgang

 

 

Die Mamos werden darauf achten. Und auch auf die Menschen fern ihrer Berge. „Unsere Kleinen Brüder zerstören die Welt“, sagt Mamo Chimulata zum Abschied. „Die Schöpfung darf nicht ausgebeutet werden, sonst gibt es Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutkatastrophen.“

Die Mamos sind nun entschlossen, diese Botschaft in der ganzen Welt zu verbreiten. Zurück in der Zivilisation zeigt schon der erste Blick in die Zeitung, dass die Propheten der Sierra womöglich näher an der Wahrheit sind als so mancher wissenschaftlicher Zweifler.

 

 

 

 

Dieser Artikel ist in der Juniausgabe des Magazins "Terra Mater" erschienen.

 

Autor ist Dr. Frank Semper, Kolumbienexperte und Autor des Reiseführers "Kolumbien Reisekompass" aus dem Sebra Verlag.

 

 

 

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Sat, 23 Jun 2012 12:10:24 -0500
<![CDATA[Ein bisschen Kunst gehört zum Leben ...]]> http://www.santa-marta.de/2012/06/03/ein-bisschen-kunst-geh%C3%B6rt-zum-leben/ http://www.santa-marta.de/2012/06/03/ein-bisschen-kunst-geh%C3%B6rt-zum-leben/

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... wie auch die Luft und die Liebe.

 

Dieses Motto passt sehr gut auf die 5 Hobbymaler aus Santa Marta und ihren Lehrer.

Mitte Mai haben Sie sich mit Ihren Werken das erste Mal an die Öffentlichkeit getraut. Eine Ausstellung in der 16. Etage des "Vista del Mar", hoch über den Dächern Rodaderos, zeigte die erstaunliche Kreativität der 5 Künstler zwischen 14 und 74 Jahren.

die Künstler mit Lehrer
die Künstler mit Lehrer

Die Bilder

Die Bilder orientieren sich vielfach an der, für die kolumbianische Küstenregion typischen, gegenständlichen Stilrichtung. Alltagsgegenstände werden dabei, im Zusammenspiel mit Licht und Schatten, in Scene gesetzt.

Die Reaktion der Ausstellungsbesucher schwankte zwischen positiv überrascht und schlichtweg begeistert.

Einige Kaufangebote wurden von den Künstlern zurückgewiesen, entweder wollten Sie sich von den Bildern nicht trennen oder sie waren schon Angehörigen als Geschenk versprochen.

 

Nach drei kurzweiligen Stunden mit Enpanadas und Früchtebowle waren sich alle Beteiligten einig, diese Veranstaltung in einem halben Jahr mit neuen Bildern zu wiederholen.

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Sun, 03 Jun 2012 08:22:45 -0500
<![CDATA[Auf den Spuren von Gabriel Garcia Marquez]]> http://www.santa-marta.de/2012/04/12/auf-den-spuren-von-gabriel-garcia-marquez/ http://www.santa-marta.de/2012/04/12/auf-den-spuren-von-gabriel-garcia-marquez/

Das Land

Die Umgebung ist typischer kolumbianischer Campo, auf die Weiden von Rinderfarmen folgen kilometerlange Bananen- und Palmölplantagen. Immer wieder unterbrechen die "Schlafenden Polizisten", die "Policia Acostado", die Eintönigkeit auf der Straße von Cienaga nach Fundacion. Bodenwellen aus Beton, die ein Abbremsen des Busses auf Schrittgeschwindigkeit bei kleineren Ansiedlungen am Straßenrand erzwingen.  Die einzige Abwechselung ist das Nachtanken des Busses mit zwei 20 Liter Kanistern venezolanischen Benzins durch zwei kleine, höchstens zehnjährige Jungen am Straßenrand. Hier im Norden Kolumbiens mittlerweile ein gewohnter Anblick.

Gerade als uns die Gleichförmigkeit einlullt und etwas schläfrig macht, biegt der Bus rechts ab und hält nach 2 Minuten vor einer zweigeschossigen Tienda. Nichts zu sehen außer ca. zehn eingeschossigen Häusern links und rechts des Straßenrandes und einer kleinen aber asphaltierten Straße, die in das Zentrum der Ortschaft führt.

 

Wir sind an unserem Ziel, angekommen in Aracataca.

Das Dorf...

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...n'tschuldigung: Die kleine Stadt.

 

Ist mit ihren über 40.000 Einwohnern mittlerweile halb so groß wie die nahegelegene Kreisstadt Fundacion. Und doch immer noch Dorf geblieben. Hier werden die landwirtschaftlichen Produkte der Umgegend auf die Bahn oder LKw verladen und am Wochenende treffen sich die Landarbeiter der umliegenden Betriebe um mit Aguardiente (ohne Zucker!) beim Billard- oder Kartenspiel so richtig einen drauf zu machen.

Es geht ruhig und beschaulich zu, eine sehr angenehme Atmosphäre. Im Softballstadion grasen Kühe und die offene, schattige Wartehalle des Bahnhofs lädt mit ihren kühlen Bänken aus Granit zum Verweilen ein.

 

Typischer kolumbianischer "Campo" halt.

Die Barrios, die ursprünglichen Stadtteile, haben sich in den letzten Jahrzehnten fast gar nicht verändert. Wenn nicht die eine oder andere Satellitenschüssel angebracht worden wäre, könnte man meinen die Zeit sei hier stehen geblieben.

Aracataca ist Macondo

Hier ist Gabriel Garcia Marquez 1927 geboren und bei den Großeltern aufgewachsen. Hier ging er zur Schule und hatte, in Ermangelung großartiger Abwechselung, viel Zeit zum Träumen.

 

Und hier spielt auch sein Romanerfolg "100 Jahre Einsamkeit", Aracataca diente als Vorlage für den imaginären Ort Macondo. Garcia Marquez erzählt die hundertjährige Geschichte der Familie Buendia, deren Oberhaupt das Dorf Macondo gründet.

 

Die Handlung des Buches spiegelt die Geschichte des Landes wider. So beginnt sich das Dorf langsam zu entwickeln doch schon bald wird das Leben durch Kriege gestört. Dabei werden einzelne Personen als Helden verehrt, aus anderen werden große Künstler. Durch die vielen Kriege wird die Weiterentwicklung des Dorfes stark gebremst, man lebt schließlich nur noch in Erinnerung an bessere Zeiten und das Dorf ist schließlich dem Verfall preisgegeben.

 

Márquez wollte, so seine Aussage, mit dem Buch ein poetisches Zeugnis der Welt seiner Kindheit geben.

Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des magischen Realismus, der sich mit wild wuchernder Sprache den Weg durch die Wirrnisse dieser Familien-Saga bahnt.

 

Der nächste "Buendia"

Tim bei der Arbeit
Tim bei der Arbeit

Tim hat sich seinen Nachnamen vom Oberst Buendia aus dem Buch entliehen. Sein eigener, holländischer Name hat alle Attribute, um hier in Kolumbien nicht verstanden zu werden.

Er lebt seit drei Jahren hier und hat während dieser Zeit die Werke des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers und Nationalhelden studiert, viel über die Familie recherchiert und mit Freunden und Zeitzeugen des Schriftstellers gesprochen. Das Ergebnis ist ein profundes Wissen, das er gerne in seinen Touren in und um die kleine Stadt herum, weitergibt.

 

Die Führungen

Und seine Führungen sind für jeden Liebhaber von Garcia Marquez ein absolutes "Muss". Man kommt den Schilderungen in den Büchern sehr viel näher, viele Zusammenhänge nehmen hier vor Ort richtiggehend Gestalt an.

Es ist schon ein Ereignis, wenn dieser fast zwei Meter große, schlaksige Typ mit seinem Strohhut, einen Gehstock schwingend, mit uns durch den kleinen Ort geht. Fast jeder Anwohner kennt ihn und ich habe selten so viel Hände geschüttelt wie in diesen drei Stunden.

Besucht wird auf jeden Fall der Nachbau des Hauses der Großeltern, in dem "Gabo", wie die Einheimischen ihn liebevoll nennen, aufgewachsen ist.  Die letzten Gebäude der "United Fruit Company" ebenso wie die alte Post hinter der Kirche. Außerdem die Schule, vor der die berühmten Mandelbäume standen, die der Schriftsteller so unnachahmlich beschrieben hat. Und vieles mehr...

 

Tim bietet verschiedene Touren an, zu Fuß oder mit Fahrradrikschas.

Die Gypsi-Residence

Das kleine Hostal von Tim bietet einfache aber saubere Unterkünfte, die Zimmer sind großzügig geschnitten und haben alle ein persönliches Bad.
Sehr viel mehr würde auch nicht in die Umgebung passen, die kleine Stadt besteht fast ausschließlich aus einstöckigen Gebäuden.

Nach der Beendigung meiner jetzigen Lecktüre "Liebe in den Zeiten der Cholera", dem zweiten Welterfolg des Literatur-Nobelpreisträgers, werde wieder nach Aracataca fahren und mit Tim über die Ein- und Ausfälle des Schriftstellers diskutieren. Darauf freue ich mich jetzt schon !

 

 

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Thu, 12 Apr 2012 17:29:08 -0500
<![CDATA[Cafè Quetzal - Kaffee mit einer Geschichte]]> http://www.santa-marta.de/2011/12/05/kaffee-mit-geschichte/ http://www.santa-marta.de/2011/12/05/kaffee-mit-geschichte/

Die Geschichte

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Die vierzehn Familien der "Cooperativa", in Deutschland würde man den Zusammenschluss der Kaffeebauern als genossenschaftliche Vereinigung bezeichnen, bauen schon lange Kaffee im Bereich des Rio Toribo in der Sierra Nevada de Santa Marta an.

Ein Teil der Familien stammt aus dem Departamento Santander, wo sie in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit Gewalt von Haus und Hof vertrieben wurden. Hier in der Sierra haben die Flüchtlinge zuerst für US-amerikanische Kaffeebetriebe gearbeitet, später haben sie wirtschaftlich ungenutzte Gebiete in der Sierra für den Kaffeeanbau kultiviert und danach auch gegen die Besitzansprüche der Amerikaner verteidigt.

Die zweite Generation der Flüchtlinge verkaufte ihre Ernte an den einzigen Aufkäufer der damaligen Zeit, an die "Federation Nacional de Cafeteros de Colombia".

Die dritte Generation geht mit Cesar Vega jetzt neue Wege. Er hat Ökonomie studiert und bei der Fundation "Pro Sierra" die professionelle Kaffeeverarbeitung erlernt. Er sucht Wege dieses Spitzenprodukt direkt zu vermarkten und, mit Hilfe von Partnerschaftsprodukte e.V. aus Deutschland, den Nebelwaldkaffee auch in Übersee anzubieten.

 

 

Cesar Vega mit dem Endprodukt
Cesar Vega mit dem Endprodukt

 

 

Das Projekt

Die Kaffeepflanzen wachsen nicht in Plantagen, in Reih und Glied, sondern im Nebelwald der Sierra Nevada auf ca. 1500 Meter Höhe - im Schatten von Futterpflanzen der hier ansässigen Tierwelt. Die Sierra ist eine eigenständige Region ohne Anbindung an die Ausläufer der Anden. Hier leben viel endemische, das heißt nur hier vorkommende, Tierarten. Vor allem für die bedrohten Vogelarten sind die Schattenspender als Futterpflanzen überlebenswichtig.

100% biologisch ist Philosophie, es wird nicht nur auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet, auch Abfallsammlung und Vermeidung wird konsequent umgesetzt. Mit dem Projekt begreifen die Anwohner auch die Wichtigkeit einer intakten Natur in diesem Gebiet für den erfolgreichen Verkauf ihrer Erzeugnisse. 

Die Verarbeitung ist reine Handarbeit, die Trennung der Bohnen vom Fruchtfleisch und das Trocknen wird auf den einzelnen Fincas durchgeführt. Die Hilfsmittel sind rein mechanisch, die Arbeitsschritte kosten die Kaffeebauern bei diesem Klima reichlich Schweiß.

Auf den Bildern oben Eindrücke von der Arbeit der Familien auf ihren Fincas, dort mussten die Vorrausetzungen zur Verarbeitung erst geschaffen werden.

Oben freut sich Enrique Coredor über seine neue Marquesina, seine Trocknungshalle. Daneben wendet Alfonso Miranda seine Kaffeebohnen, eine langwierige und immer wiederkehrende Tätigkeit. Unten wird die Maschine, die das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen von den Bohnen trennt, von Yurgen Vega und Eduardo Cala installiert und justiert. Der stolze Besitzer Eduardo Cala nach getaner Arbeit.

 

 

Die Röstung

Jeder engagierte Kaffeegenießer sollte einmal an diesem Verarbeitungsschritten teilnehmen dürfen. Beindruckend ist die Sorgfalt, mit der Jair Garcia die vorsortierten Bohnen von Hand überprüft und nur die beste Qualität für den Röstvorgang übrig lässt. Fast zwei Stunden sitzt er über den noch grauen Bohnen und sortiert konzentriert.

Ganz langsam werden die Bohnen über einen Schieberegler in den vorgeheizten Röstofen gegeben. Jetzt darf die Konzentration nicht nachlassen, Temperaturen müssen überprüft und Zeiten eingehalten werden. Über ein kleines Fenster wird zusätzlich die Farbe der Bohnen im Ofen überprüft.

Die Belohnung erfolgt mit der Öffnung des Röstofens, die heißen Bohnen erfüllen den Raum mit einem wunderbaren Aroma. Man kann diesen Augenblick schwer in Worte kleiden und mit Fotos vollständig wiedergeben, Geruchsinternet wäre die einzige Chance.

 

Die Verpackung

Cafè Quetzal
Cafè Quetzal

So kann man ihn hier in Santa Marta erwerben, den Cafe Quetzal. Auf der Rückseite des Etiketts gibt es Erklärungen zur Umgebung und zur Herstellung.

Kaffee  und Espresso KULT für den deutschen Markt
Kaffee und Espresso KULT für den deutschen Markt

In Deutschland vertreibt der Verein Partnerschaftsprodukte:

 

  www.partnerschaftsprodukte.de

 

den Kaffee unter der Bezeichnung "Kaffee KULT". Die gereinigten Bohnen werden nach Deutschland exportiert und dort schonend geröstet und auf der Internetseite angeboten.

 

 

Der Name

Der Quetzal
Der Quetzal - eine Legende. Der deutsche Name Glanztrogon ist nicht so aufregend. Lateinisch: Pharomachrus fulgidus

Für den Namen des Kaffees ist der Ornithologe Cristobal Navarro verantwortlich, der auch freundlicherweise einen Teil der Fotos für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. Dieser wunderschöne, seltene Vogel hat seinen Lebensraum genau in den Gebieten, in denen auch der Kaffee angebaut wird.

Der rein biologische Anbau hilft auch der Arterhaltung von seltenen Vogelarten, die Futterpflanzen werden als Schattenspender für die Kaffeesträucher genutzt, gepflegt und in der Vermehrung gefördert.

 

 

Das Produkt ...

 

... beeegeisteeert !!!

 

Nicht zu vergleichen mit den Kaffeesorten, die hier in den Supermärkten der einheimischen Bevölkerung angeboten werden. Oder den Massenprodukten, die von den großen Röstereien in Deutschland zusammengeschustert werden.

 

Der Verkaufserlös geht zu 100 % an die Erzeuger, an die 14 Familien im Verlauf des Rio Toribo oberhalb von Minca in der Sierra Nevada de Santa Marta.

Hier besteht die Möglichkeit durch den Kauf des Kaffees Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Und für den Fall, das dieses Projekt sich erfolgreich entwickelt, soll es schon eine Warteliste von Kleinbauern geben, die sich gerne der Cooperativa anschließen möchten.

 

Dieser Kaffee ist das optimale Mitbringsel aus Kolumbien - und mit dem Preis von knapp 5 Euro je Pfund durchaus erschwinglich. Der Zoll in Europa limitiert nur noch die Einfuhr von Alkohol und Zigaretten, Kaffee gehört seit 2008 zu den allgemeinen Wirtschaftsgütern. Und die darf man bis zu einer Gesamtsumme von 470 Euro pro Person zollfrei einführen. Die Menge der Pakete für die lieben Daheimgebliebenen wird also nur noch von dem zulässigen Gewicht für das Reisegepäck eingeschränkt. 

 

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an uns, wir vermitteln den Erwerb dieses fantastischen Naturprodukts, gemahlen oder als ganze Bohne erhältlich, und ünterstützen damit die Kaffeebauern.

 

 

 

praktizierter Umweltschutz

praktizierter Umweltschutz
Müllsammlung auf kolumbianisch

"Prohibido botar basura al piso" heißt auf deutsch: "Es ist verboten Abfall auf den Boden zu werfen".

Liebevoll hergestellte Abfallbehältnisse machen die Problematik auch dem Kleinsten klar.

 

 

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Mon, 05 Dec 2011 16:35:55 -0600
<![CDATA[Deutsches Bier aus Medellin]]> http://www.santa-marta.de/2011/11/25/deutsches-bier-aus-medellin/ http://www.santa-marta.de/2011/11/25/deutsches-bier-aus-medellin/

 

 

Apostol Bier aus Medellin
Apostol Bier aus Medellin

Die Firma Apostol aus Medellin stellt 5 Sorten Bier der Premiumqualität - natürlich nach deutschem Reinheitsgebot - her. Und damit die Qualität auch dauerhaft stimmt, werden alle Inhaltsstoffe - bis auf das Wasser - aus Deutschland importiert. Und der Brauvorgang findet natürlich auch in einer aus Deutschland hergestellten Anlage statt.

 

Und das schmeckt man !

 

 

Braukessel in Medellin
Braukessel in Medellin

Die 5 Sorten

Das Weizen ist ein Hefe Weißbier mit 5,3 % Alkohol, hergestellt mit drei Sorten von Malz und zwei Sorten Hopfen. Schön erfrischend und bestens geeignet für leichte Speisen und Fisch.

 

Das Helle hat 4,6 % Alkohol, wird mit vier Sorten Malz und zwei Sorten Hopfen hergestellt und orientiert sich nicht so sehr am herben Pilsen, sondern eher an den bayrischen hellen Bieren. Passt sehr gut zu weißem Fleisch, leichten Speisen und Salaten.

 

Beim Märzen geht dem Autor das Herz auf, etwas dunkler und richtig schön süffig. Es orientiert sich geschmacklich am Oktoberfestbier oder am Wiener Märzen, hat 5,3 % Alkohol und wird ebenfalls mit vier Sorten Malz und zwei Sorten Hopfen hergestellt. Das Märzen passt wunderbar zu Pizza, Pasta, Würstchen und Hähnchen. Aber auch zu fruchtigem Obst oder zu einem süßen Nachtisch.

 

Das Bock kann, mit seinen 6 % Alkohol, richtig gefährlich werden. Es ist sehr dunkel, wird mit 5 Sorten Malz hergestellt und hat als Vorbild das Einbecker Urbock. Passt sehr gut zu Grillgerichten und deftigen Speisen.

 

Das Dubbel orientiert sich von Farbe und Geschmack am belgischen Dunkelbier. Es hat 6,3 % Alkohol, wird mit 3 Sorten Malz und zwei Sorten Hopfen hergestellt und passt wunderbar - Überraschung - zu Schokolade und süßen Nachspeisen. Es ist aber auch eine gute Abrundung zu deftigen Fleischgerichten und würzigem Käse.

 

Das nachfolgende Video gibt noch einmal einen schönen Überblick:

 

Die Brauerei befindet sich im Municipio de Sabaneta, Antioquia

Carrera 49 # 60 sur - 110

Tel.: 0057  4  444 3501

http://www.apostol.com.co

 

Touren durch die Brauerei mit Verkostung sind nach Anmeldung möglich.

 

 

Von Medellin an die Küste

Artgerecht, in einem Willys Jeep aus der Kaffeezone, werden die ersten Flaschen an der Küste ausgeliefert.

Das Restaurant Paraiso in Taganga
Das Restaurant Paraiso in Taganga

Jürgen bietet die Biere seit Kurzem in seinem Restaurant Paraiso in Taganga an. Er hat sich auch die Vertriebsrechte für das Departamento Magdalena gesichert, in Kürze wird das Bier auch in vielen Restaurants an der Küste zu finden sein.

 

 

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Fri, 25 Nov 2011 09:26:00 -0600
<![CDATA[Wo die Liebe hinfällt]]> http://www.santa-marta.de/2011/10/22/wo-die-liebe-hinf%C3%A4llt/ http://www.santa-marta.de/2011/10/22/wo-die-liebe-hinf%C3%A4llt/

Gregor und Monika haben sich getraut - und das ist gut so!

Der deutsche Steuerberater und die kolumbianische Filialleiterin einer großen spanischen Bank haben sich vergangene Woche das Ja-Wort gegeben. Standesgemäß im Restaurant Burukuka, über der Bucht von Rodadero. Beide suchen noch ein passendes Haus in der Umgebung von Santa Marta für viele glückliche Jahre mit viel Sonne.

Nach der offiziellen Feier ging es, im Pavillon der Villa Monsa, im kleinen Kreise noch weiter bis in den frühen Morgen. Mit Livemusik und in gelöster Stimmung.

Vallenato de Santa Marta

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Sat, 22 Oct 2011 16:03:16 -0500
<![CDATA[Der Nationalstolz, Simon Bolivar und die Quinta de San Pedro Alejandrino]]> http://www.santa-marta.de/2011/10/11/der-nationalstolz-simon-bolivar-und-die-quinta-de-san-pedro-alejandrino/ http://www.santa-marta.de/2011/10/11/der-nationalstolz-simon-bolivar-und-die-quinta-de-san-pedro-alejandrino/

Alle Fotos sind durch anklicken vergrößerbar.

Simon Bolivar gilt als der Befreier von den spanischen Besatzern und Integrationsfigur für den ausgeprägten Nationalstolz der Kolumbianer. Und dieser Nationalstolz wird ohne Scheu zur Schau gestellt, gehört zum täglichen Leben.

gelebter Nationalstolz
gelebter Nationalstolz

Sobald die Nationalhymne ertönt - und die ist im Radio und im Fernsehen häufiger am Tage zu vernehmen - halten die Menschen inne. Vielfach wird mitgesummt oder leise mitgesungen, das Gefühl ist in den Menschen verankert und vereint das ganze Land - egal welche Bevölkerungsschicht.

 

Und dies alles ohne ein Fußballspiel, für uns Deutsche eine völlig neue Erfahrung !

Simon Bolivar

Bolivar wurde am 24. Juli 1783 in Caracas, Venezuela, geboren und ist am 17. Dezember 1830 auf der Quinta de San Pedro Alejandrino, hier in Santa Marta, verstorben.

Der sehr gut ausgebildete junge Mann schloss sich einer Widerstandsbewegung an, die am 19. April 1810 die Selbstverwaltung Venezuelas verkündete. Nach Rückschlägen und einer Flucht nach Cartagena eroberte er 1813 nach mehreren Schlachten Caracas von den Spaniern und rief die Zweite Venezolanische Republik aus. 1814 befreite er auch Bogota, musste aber in der Folge mehrere militärische Niederlagen einstecken und floh nach Jamaica und Haiti. 1819 landete er mit frischen Truppen erneut in Venezuela. Nach weiteren militärischen Siegen verkündete er 1821 die Republik Großkolumbien in den Grenzen von Neu Granada (Kolumbien und Panama) sowie den Provinzen Ecuador und Venezuela, deren erster Präsident er auch wurde.

Zusammen mit dem argentinischen General José de San Martín befreite er danach auch die Provinz Alt-Peru von der spanischen Besatzungsmacht. Am 25. August benannte sich das Land nach dem Befreier in Bolivien um. Bolivar, zwischenzeitlich auch Diktator des Landes, arbeitete die Verfassung aus und versuchte diese auch in Großkolumbien zu übernehmen.

Politische Konflikte, Unruhen und ein gescheitertes Attentat führten am 27. April 1830 zum Rücktritt Bolivars von allen seinen politischen Ämtern. Er zog sich auf die Quinta de San Pedro Alejandrino zurück, ein Anwesen hier in Santa Marta, wo er am 17. Dezember 1830 verstarb.

Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben, neueste Untersuchungen der Universität von Maryland zeigen aber eine Arsenvergiftung. Ob ein weiteres Attentat erfolgreich war oder das Gift bei der Behandlung spezieller Krankheiten überdosiert wurde, wird vielleicht für immer im Dunkeln bleiben.

Er war Zeitgenosse von Alexander von Humboldt, dem er auf einer Europareise persönlich begegnet ist und der in Südamerika, auch heute noch, ein sehr großes Ansehen genießt.

Die Quinta de San Pedro Alejandrino in Santa Marta

Die Finca ist ein Nationalheiligtum, jeder Kolumbianer muss mindestens einmal im Leben diesen Ort besucht haben.

Der Komplex der Quinta umfasst 15 Hektar trockenen Tropenwald und 7 Hektar bebaute Fläche, unterteilt in ein Mausoleum mit Denkmal, in Verwaltungs-, Ausstellungs- und Verkaufsräume, die ursprünglichen Wohnräume, in denen Bolivar die letzten Monate verbrachte, und den botanischen Garten mit über 150 Pflanzenarten.

Diese Umgebung ist auch ein Paradies für kleine Papageien, Kolibris, Sperber, Eichhörnchen, Kaninchen, Leguane und ungiftige Schlangen.

Die Gebäude und Einrichtungsgegenstände, in denen Simon Bolivar seine letzten Jahre verbracht hat, sind aufwendig renoviert worden. Die Räume sind originalgetreu wiederhergestellt und geben einen guten Eindruck vom Leben in dieser Region Kolumbiens im 19. Jahrhundert. Teilweise sind sie für Besucher begehbar. 

Die Quinta de San Pedro Alejandrino befindet sich ca. 5 km außerhalb des Zentrums im Stadtteil Mamatoco an der Avenida del Libertador (Straße des Befreiers). Am Kreisverkehr mit der Calle 29, gegenüber dem Einkaufszentrum Bella Vista. Der Eintritt beträgt 10.000 Pesos, umgerechnet ca. 4 Euro.

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Tue, 11 Oct 2011 10:41:01 -0500
<![CDATA[Die Früchte Kolumbiens]]> http://www.santa-marta.de/2011/10/04/die-fr%C3%BCchte-kolumbiens/ http://www.santa-marta.de/2011/10/04/die-fr%C3%BCchte-kolumbiens/

Eines der größten Schätze des Landes ist die Vielfalt der hier heimischen Vitaminträger. Hier warten viele neue Geschmackserlebnisse auf den neugierigen Besucher. Probieren geht über studieren, an einem Vitaminüberschuss ist noch niemand erkrankt.

Äpfel, Birnen, Trauben und Erdbeeren lasse ich bei dieser Aufstellung bewusst außen vor, die Auswahl ist klein, die Qualität mittelmäßig und die Preise zu hoch. Es geht hier um die typischen und exotischen Sorten.

 

Fast alle Früchte kann man als Saft oder als Milchshake genießen - je nach Geschmack. Aber Achtung: Die Früchte erst süßen bevor die Milch dazugegeben wird.

Typisch die Frage in Restaurants: "Como lo quieres, con agua o con leche?"

(Wie möchten Sie Ihren Saft haben, mit Wasser oder als Milchshake?).

(Alle Fotos sind durch anklicken vergrößerbar.)

Anon

Anon

Die Anonfrucht ist auch unter den Namen Zimt- oder Rahmapfel bekannt und sieht mit der grob-schuppigen Oberfläche ein wenig wie ein grün-schwarzer Tannenzapfen aus. Das weiße, cremige Fruchtfleisch umgibt locker die vielen kleinen Kerne, der Geschmack erinnert an eine fruchtige, Vanillecreme. Eine Frucht für Genießer, unbedingt probieren.

Die Anon ist reif wenn sich die Haut leicht eindrücken lässt und die Schuppen sich leicht lösen lassen. Die Früchte in Zimmertemperatur aufbewahren, im Kühlschrank können sie etwas glasig werden. Und die Kerne nicht mitessen, sie werden als giftig eingestuft.

 

 

Agraz

Agraz

Die Schwarzen Johannisbeeren werden in 500 g Plastikschalen angeboten. Sehr gut für Diabetiker geeignet, reguliert die Bauchspeicheldrüse. Anwendungsbereiche wie aus Deutschland bekannt.

 

 

 

 

 

Ananas Gold

Ananas Gold

Diese für den Export gezüchtete Sorte ist in den europäischen Supermärkten weit verbreitet. Sie wird hier vor Ort in riesigen Plantagen angebaut, ist aber trotzdem relativ teuer. Mit 1500 Peso je Pfund (die Preise werden in Kolumbien immer per 500 g angegeben) kommt man auf einen Preis je Frucht (2 bis 2,5 kg) von umgerechnet ca.3 Euro in Supermärkten, auf den einheimischen Märkten deutlich günstiger. Nach dem Anfassen bitte die Hände waschen, die großen Konzerne sparen beim Anbau nicht mit Pflanzenschutzmitteln!

 

 

Ananas Perolera

Ananas Perolera

Größer, weniger symmetrisch und günstiger (im Grundpreis). Das kräftig gelb gefärbte Fruchtfleisch schmeckt etwas fruchtiger. 2,5 bis 3,5 kg schwer.

 

 

 

 

 

 

Avocado

Avocado

Hier fast schon ein Grundnahrungsmittel mit dem höchsten Eiweißinhalt aller Früchte. Der Reifegrad ist bei der meist angebotenen Sorte Pinkerton an der Färbung der Schale nicht zu erkennen. Bei Straßenhändlern kann man verschiedene Reifegrade kaufen, mit einem kurzen Schnitt in den oberen Bereich der Frucht wird der Zustand überprüft und sichergestellt, dass das Fruchtfleisch sich noch nicht schwarz verfärbt hat.

 

Die Avocado hat einen Fettanteil von 30%, bestehend aus gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Durch den Genuss von Avocado wird das Immunsystem gestärkt, Hirn und Hautdurchblutung werden angekurbelt, die Produktion von roten Blutkörperchen wird gesteigert, sie stärkt das Selbstbewusstsein und gilt als absoluter Stresskiller.

 

Dies erklärt auch die ausgeglichene und relaxte Art der Küstenbewohner !

 

Die Avocado ist Grundstoff für die Guacamole, eine äußerst pikante Fruchtcreme. Dazu muss das frische Fruchtfleisch zuerst zusammen mit dem einer Limette püriert werden. Anschließend mischt man dieses Fruchtpüree mit entkernten und enthäuteten Tomatenwürfeln und würzt mit Salz, Pfeffer und einer gehackten Chili.

 

 

Badea

Badea

Die größte aus der Familie der Passionsfrüchte, zu denen auch die Maracuya, die Granadilla, die Purpurgranadilla und die Curuba gehören. Die Frucht wird bis zu 30 cm groß und das Fruchtfleisch mit den kleinen, knusprigen Kernen langt fast für eine Mahlzeit - wenn auch für eine saure. Als Saft, leicht gesüßt, ein Genuss.

 

 

Bananen

suckersüße Babybananen
suckersüße Babybananen

Die Obst- oder auch Dessertbananen, die hier angeboten werden, sind aus Deutschland hinreichend bekannt. Die Sorte Cavendish wird in Kolumbien industriell angebaut und beherrscht auch hier den Markt. Die kleineren Babybananen, süßer und intensiver im Geschmack, runden das Angebot ab. Die meistgekauften Bananenfrüchte (gehören zu den Beeren) sind aber die Kochbananen - siehe Platano.

 

 

Eine Bananenpflanze mit Fruchtfingern und Blüte im Supermark
Eine Bananenpflanze mit Fruchtfingern und Blüte im Supermarkt

Borojo

Borojo-Püree
Borojo-Püree

Die Borojofrucht stammt von der Pazifikküste und sieht ein bisschen aus wie eine runde Avocado. Im reifen Zustand ist sie braun, rund und schrumpelig. Das Fruchtmark wird hauptsächlich als Saft und Milchshake getrunken. Der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, man liebt es oder man hasst es. Sehr gerne wird der Geschmack mit Honig, Maracuja, Orangen oder anderen Leckereien verfeinert. Die Früchte werden aber auch zu Marmelade, Gelee oder süß-sauren Saucen verarbeitet. Borojo verleiht viel Kraft und dämmt das Hungergefühl. Es soll gegen Bluthochdruck wirken, das Gleichgewicht vom Zucker im Blut herstellen, bei bronchialen Problemen helfen und appetitanregend wirken. Die Früchte sind reich an Eisen, Kalzium, Phosphor und Vitamin C. Und wegen seiner angeblichen aphrodisierenden Wirkung vor allem bei Männern beliebt.

 

 

Brevas (Feigen)

Brevas

Die Frucht mit einem Messer halbieren oder vierteln und das Fruchtfleisch verzehren. Oder einfach reinbeißen, wer es mit Schale mag. Das aufgeschnittene rote Fruchtfleisch eignet sich auch hervorragend zur Garnierung. Anwendungen wie aus Europa bekannt.

Einmal geerntet reifen Feigen nicht mehr nach.

Das Foto zeigt unreife Früchte ohne Geschmack.

 

 

Cañandonga

Cañadonga Püree
Cañadonga Püree

Die Cañadongafrucht ist eine dunkle, schrumpelige Schote. Das Fruchtmark hat die Farbe und Konsistenz von Pflaumenmus. In Milch oder Wasser aufgelöst erreicht einen zuerst ein schokoladenähnlicher Geschmack, der aber nach kurzer Zeit von einem seifigen Nachgeschmack überdeckt wird. Und dieser hält sich mehr als einen halben Tag in den Geschmacksnerven und verändert den Geschmack der nachfolgenden Speisen erheblich. Zu irgendetwas muss diese Frucht gut sein, kann man damit Kuchen backen? Oder eignet sich Cañandonga zum schmieren von Fahrzeuggetrieben?

Wenn jemand weiterhelfen kann, bitte melden !

 

 

Chirimoya

Chirimoya

Eine Frucht für Genießer, auch unter dem Namen Cremefrucht oder Rahmapfel bekannt. Die Früchte sind erdbeerförmig und werden bis zu 10 cm groß. Die ledrige, schuppige Haut ist nicht genießbar, einfach in der Mitte teilen und auslöffeln (ohne die Kerne mitzuessen). Der Geschmack erinnert etwas an eine Kreuzung aus Ananas, Banane und Erdbeere. Der Gehalt an Vitamin B1 und B2 beachtlich, der Traubenzuckergehalt liegt sogar höher als wie bei jeder anderen Obstsorte. Grüne Früchte sollte man bei Zimmertemperatur nachreifen lassen, bis sie sich braun verfärben. Reife Früchte geben auf Druck nach und sollten dann ziemlich bald verzehrt werden. Einige Tage kann man Chirimoyas im Kühlschrank aufbewahren. Besonders gut schmecken sie mit Quarkspeise gefüllt.

 

 

Chontaduro (Pfirsichpalmfrucht)

Chontaduro

Die Palme wächst im Urwaldgebiet und die Früchte sind für die dort lebende Bevölkerung ein Hauptnahrungsmittel. Chontaduro haben einen ausgewogenen Anteilen an Fett, Kohlehydraten und Proteinen und enthalten Vitamin A, C, Eisen und Phosphor. Angebliche haben sie auch eine aphrodisierende Wirkung.

Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, etwas fade. Um die Chontaduro zu mögen muss man wohl im Urwald groß geworden sein.

 

 

Ciruela

Ciruela

Die kleinen, roten Pflaumen einfach gründlich abwaschen und wegnaschen. Der typische Pflaumengeschmack wird mit einem Hauch von Fruchtsäure unterstützt.

 

 

 

 

 

 

Ciruelas

die etwas anderen Pfläumchen
die etwas anderen Pfläumchen

Diese kleinen Pflaumen mit der schmutzig-grünen Schale wirken im ersten Moment wie zu groß geratene Oliven. Im grünen, unreifen Zustand schmeckt das fest am kleinen Kern sitzende Fruchtfleisch wie ein Boskop-Apfel. Nach zwei Tagen bei Zimmertemperatur verfärbt sich die dünne Schale rötlich und das Fruchtfleisch gelblich. Das ist der richtige Zeitpunkt zum Genuss der jetzt süßlich-fruchtigen kleinen Pflaume. Nicht unbedingt der typische Geschmack aber sehr lecker.

 

 

Corozo

Corozosaft

Die Steinnusspalme wächst in den tropischen Regenwäldern Südamerikas und der Pazifikküste. Die hühnereigroßen Nüsse sind zunächst weich und werden vom Boden aufgelesen, wenn sie von selber heruntergefallen sind. Danach werden sie gekocht, der entstandene rote Saft der Früchte kommt in kleinen Beuteln zu 300, 500 oder 1000 g in den Handel, umgerechnet für 40 Cent je 100 g. Einfach mit etwas Wasser verlängern, fertig ist der Saft. Die Früchte werden auch zu Marmelade und Wein weiterverarbeitet.

Werden die Nüsse getrocknet, werden sie knochenhart und als pflanzliches Elfenbein zu Schmuck- oder Gebrauchsgegenständen verarbeitet.

 

 

Curuba

Curuba

Die Curuba zählt zu den Passionsfrüchten, wie die Maracuya und die Granadilla.

Die länglichen Früchte werden bis zu 10 cm lang, das Fruchtfleisch ist geleeartig mit kleinen, knusprigen Samen, die man aber mitessen kann. Der intensive Duft der Curuba verrät, das sie reif ist, das feste Fruchtfleisch kann dann ausgelöffelt oder als Milchshake getrunken werden. Die Curuba werden auch als Eis, Pudding oder als Cremes angeboten.

Die Curuba hat einen hohen Anteil an Vitamin B3, B12 und Vitamin C, ebenso wie Mineralstoffe (Eisen, Calcium, Phosphor). Und wenig Kalorien, also bestens für Diäten geeignet.

Tipp: Die Früchte nicht in den Kühlschrank legen, sondern im Wohnzimmer nachreifen lassen. Erfüllt den ganzen Raum mit einem schönen, fruchtig-süßen Duft.

 

 

Durazno amarillo

Durazno amarillo

Die gelben Pfirsiche sind etwas kleiner als die europäischen Verwandten. Und auch nicht so saftig. Wer nicht unbedingt den typischen Geschmack benötigt, sollte auf andere Obstsorten ausweichen.

 

 

 

 

 

Feijòa

Feijò

Diese kleinen, grünen, eiförmigen Früchte mit der schrumpeligen Haut gehören zu meinen Geheimtipps. Die Frucht der ewigen Jugend! Durchschneiden und auslöffeln, das weißlich - gelbe Fruchtfleisch hat eine sehr schöne, leichte Säure und schmeckt ein bisschen nach Ananas und Guave mit einem Schuss Erdbeere. Den Reifegrad der Frucht kann man nicht an der Farbe erkennen, lässt sich die Feijòa leicht eindrücken kann man sie aufschneiden.

 

 

Granadilla

Granadilla

Die Frucht gehört auch zu den Passionsfrüchten und ist mittlerweile auch in europäischen Supermärkten bekannt. Einfach mit den Händen aufbrechen und das geleeartige Fruchtfleisch mit Kernen auslöffeln. Es erwartet ein feinsäuerlicher, exotischer Fruchtgeschmack, der so ein bisschen an Stachelbeeren erinnert. Granadilla haben einen hohen Anteil an Vitamin C und B1, B2 und B12 sowie Calcium, Kalium und Eisen. Der Saft soll eine beruhigende Wirkung haben und auch den Blutdruck senken.

 

 

Guama

Zwei Guama Früchte
Zwei Guama Früchte

Die Guama ist sicherlich eine der ungewöhnlichsten Früchte für uns Europäer. Sie sieht wie eine große Bohne, bis zu 70 cm lang, mit schmutzig-grüner, harter Schale. Diese wird auf der schmalen Seite weichgeklopft und die beiden Seitenteile der Schote werden mit den Fingern auseinandergebogen. Das Fruchtfleisch ist weiß und umgibt die harten, dunkelbraunen Kerne. Es schmeckt mild und fast etwas süß, ähnlich einer Guanabana. Unbedingt probieren wenn Sie eine Guama in die Hände bekommen.

 

 

Guanabana

Guanabana

In Deutschland auch bekannt als Stachelanemone oder Sauersack. Die ananasgroße, grüne, stachlige Frucht hat ein weißes, cremiges Fruchtfleisch mit ungenießbaren Kernen. Das weiße Fruchtfleisch ohne Kerne auslöffeln oder als Saft genießen. Der Geschmack ist interessant, etwas säuerlich. Man leibt sie oder man hasst sie !  Die reife Frucht verfärbt sich schwarz und platzt schon durch scharfes Ansehen auf. In diesem Zustand sind Guanabana nicht mehr transportfähig. Angeboten meist als Saft oder Milchshake.

Der große Bruder der Chirimoya, die auch eindeutig vorzuziehen ist.

 

 

Guayaba (Guave)

Guave

Die Guayaba ist eine pflaumengroße Strauchfrucht, die botanisch zu den Beeren gehört. Die Farbe ist blassgrün und verändert sich im reifen Zustand in gelb, die Frucht lässt sich dann leicht eindrücken. Die reife Frucht kann mit Schale gegessen oder ausgelöffelt werden. Das Fruchtfleisch ist fest und saftig, von weiß über blass-gelb bis zart rosa. Im Geschmack ähnelt sie einem Erdbeer-Birnen-Pfirsichkompott.

Ein Hochgenuss als Saft mit etwas Wasser verlängert und mit Orangen oder Limetten verfeinert. Das Fruchtfleisch wird auch eingekocht und ist als Bocadillo eine nationale Süßigkeitenspezialität. Auch als Marmelade klasse.

Die Guayabas sind „Vitaminbomben“ mit sehr, sehr viel Vitamin C und sind daher vorbeugend gegen Erkältungen sehr gut geeignet. Weiter sind noch Vitamin A, Vitamin B, Eisen, Kalium und Kalzium in größeren Mengen enthalten.

 

 

Guayaba Manzana

Apfelguave

Die Apfelguave kann nur wegen des Aussehens so benannt worden sein, das helle Fruchtfleisch hat den typischen, birnenähnlichen Guavengeschmack. Der Mehrpreis zu den "normalen" Guaven ist für mich nicht nachzuvollziehen.

 

 

 

 

 

Karambole

Sternfrucht

Die Karambole/Sternfrucht ist auch in Europa hinreichend bekannt. Im grünen Zustand sehr säuerlich wird die Frucht meist nur quer aufgeschnitten und die entstandenen fünfzackigen Sterne zur Dekoration genutzt. Im reifen Zustand werden die Früchte gelblich, die Ränder leicht bräunlich. Jetzt entwickelt sich ein feiner, säuerlich-exotischer Geschmack, am besten als Saft (etwas gesüßt) oder als Marmelade genießen. Die Karambole ist auch sehr gut zu Obstsalaten zu verarbeiten.

 

 

Kokosnuss

Kokosnuss

Die Kokosnuss gehören hier an der Karibikküste dazu wie Sand, Meer und – natürlich Kokosnusspalmen! Man kann die Früchte in jedem Supermarkt kaufen, am einfachsten ist es aber sie sich von einem Straßenhändler – oder besser noch von einem netten, freundlichen, Einheimischen am Strand - mit drei, vier geübten Machetenschlägen öffnen zu lassen und den Saft ganz frisch durch einen Strohhalm zu genießen (noch schöner mit einem kleinen Schuss Rum). Sehr gute "Gehirnnahrung". Mindestens einmal im Urlaub ein absolutes „Muss“.

 

 

Limetten

Limetten

Zitronen sind hier unbekannt, es regiert die Limette. Ob über die vielfältigen Fischgerichte geträufelt, in Mojitos oder Caipirinhas verarbeitet oder einfach als „Limonada“ (hier kommt das Wort Limonade her). Verdünnter Limettensaft mit etwas Panela (s. Zuckerrohr) auf Eis: ein absoluter Genuss! Hier an der Küste nur durch ein schönes, kühles Aguila zu toppen.

Bars und Restaurants bieten ein Halbliterglas für 3- bis 4000 Pesos an, sollte sich kein Besucher entgehen lassen. Es werden auch von Straßenhändlern Plastikbecher angeboten, auf diese sollte man mit Respekt vor „Montezumas Rache“ aber verzichten. Niemand weiß, welches Wasser der Straßenhändler verwendet hat.

Geläufig sind hier 2 Sorten: Die großen „Tahiti“ und die kleinen „Criollo“ Früchte. Kleine Überraschung: Die kleinen Limetten sind günstiger und ergiebiger. Dies liegt an der dickeren Schale und Fruchtfleischtrennwänden der Tahitisorte. Beim Auspressen kommt in Relation deutlich weniger Saft heraus (Limetten kann man nicht schälen).

 

 

Ein Fruchtverkäufer zieht mit seinem Handkarren, kleinem Sortiment, kleinen Preisen aber großer Lautstärke durch die Straßen Rodaderos. Anhalten und zugreifen !
Ein Fruchtverkäufer zieht mit seinem Handkarren, kleinem Sortiment, kleinen Preisen aber großer Lautstärke durch die Straßen Rodaderos. Anhalten und zugreifen !

Lulo (Naranjilla)

Lulo

Meine Lieblingsfrucht hier in Kolumbien. Kein Besucher sollte das Land wieder verlassen, ohne die Frucht als Saft oder Milchshake probiert zu haben!

Die Lulo sieht so wie die Kaki- oder auch Sharonfrucht aus, die in europäischen Supermärkten mittlerweile gut bekannt ist. Damit hat sich aber schon die Gemeinsamkeit. Der Geschmack erinnert an eine Mischung aus Rhabarber, Ananas und Erdbeere. Mit einer feinen Fruchtsäure und viel Exotik im Abgang. Sie ist orangefarben (wenn sie reif ist), etwas kleiner als eine Tomate. Drinnen mit vier Fruchtkammern versehen, in denen sich das Fruchtgel befindet. Die darin befindlichen Kerne kann man mitessen. Die Einheimischen schneiden die Lulo einmal durch und drücken mit einer Hand das Fruchtmark in den Mund, nur die ungenießbare Schale landet danach auf dem Müll. Auch die Marmelade ist sehr gut.

Die Schale ist druckempfindlich und die Früchte halten sich im Kühlschrank nur 2 bis 3 Tage.

 

 

Mamoncillo

Mamoncillo

Die kleinen, grünen Früchte werden immer in Bündeln von Straßenhändlern angeboten, in Supermärkten habe ich diese noch nicht gesehen. Die dünne Hülle kann mit den Fingern geöffnet werden, das Fruchtfleisch sitzt fest an dem relativ großen Kern. Dieser wird mit Fruchtfleisch, das vom Aussehen und Geschmack etwas an Litschi erinnert, einfach in den Mund gesteckt und mit der Zunge so lange hin- und hergeschoben, bis das Fruchtfleisch entfernt ist oder den Geschmack verloren hat. Man braucht Stunden um ein ganzes Bündel zu verarbeiten, die richtige Beschäftigung für Fernsehabende oder einsame Stunden am Strand.

 

 

Mandarinen

Mandarinen

Die Früchte sind schön anzusehen, gleichmäßig und von grüngelber Farbe. Im Inneren dominieren allerdings die weißen Fruchthäute, was den Verzehr etwas erschwert. Wer auf den Geschmack nicht verzichten kann, sollte sich einen Mandarinensaft in einer der vielen Bars und Restaurants bestellen.

 

 

Mango

Mango

Hier werden mehere Sorten angeboten: Die Sorte Tommy (oder auch Once), die auch aus deutschen Supermärkten bekannt ist (rechts auf dem Foto), die sehr schmackhafte Sorte Hilaza, die Sorte Chancleta (erkennbar an der flachen Form und die etwas kleinere „Mango de Azucar“, die Zuckermango (links auf dem Foto). Und die Letztere ist absolut empfehlenswert.

Sie hat eine sehr schöne Fruchtsüße mit einem intensiven Mangoaroma, perfekt als Saft, Milchshake, Eis oder in Salaten.

Hier an der Küste stehen mehr Mangobäume mit den kleinen, süßen Früchten an den Straßen als in Deutschland Apfelbäume. Zweimal im Jahr ist Erntezeit, dann kann man theoretisch im Vorbeigehen die leckere Süßigkeit pflücken – wenn nicht die Einheimischen alle erreichbaren, reifen Früchte bereits abgenommen hätten und für umgerechnet 10 Cent zum Kauf anbieten würden. Trotzdem fast geschenkt für diese gesunde Leckerei.

Typisch hier an der Küste: Am Strand bieten Verkäufer grüne, unreife Mango in Streifen mit Salz als Erfrischung an.

Die Mango hift auch bei Darmbeschwerden, liegt bei den Anteilen von Provitamin A in der Spitzengruppe aller Obstsorten und ist auch noch reich an Vitamin E, C und verschiedenen B-Vitaminen. Nicht umsonst wird sie gerne als Grundlage für Babynahrung genommen.

Aber Vorsicht: Nach ausgiebigem Genuss der Zuckermango werden Sie von den in Deutschland angebotenen Früchten nur noch enttäuscht sein und diese nicht mehr anrühren!

 

 

Mangostane

Mangostane

Die etwa tomatengroßen Früchte weisen auf der oberen Seite vier Kelchblätter auf, die fast wie angemalt oder aufgeklebt wirken. Unter der lederartigen, purpurroten Schale sitzt das fast weiße, saftige Fruchtfleisch, welches in einzelne Segmente aufgeteilt ist und sich leicht heraustrennen lässt. Die Schale ist zäh und das äußere, rot-schwarze Fruchtfleisch ist bitter wie eine Orangenschale. Die sechs kleinen Fruchtsegmente habe eine zarte Fruchtsäure und erinnern im Geschmack ein wenig an Litschi, vielleicht auch an Trauben mit etwas Pfirsichnachgeschmack.

Die Mangostane ist reich an Antioxidantien.

 

 

Maracuya

Maracuja

Die Maracuya oder auch gelbe Passionsfrucht wird hier mit einer Länge von fast 15 cm angeboten, fast so groß wie eine kleine Melone. Sie gehört zur Familie der Passionsfrüchte, ebenso wie die Granadilla, Curuba, Badea und die Purpurgrenadilla.

Die Ausbeute an Fruchtfleisch ist beachtlich, einfach die Frucht aufschneiden und das Gelee mit den kleinen, knusprigen Samen auslöffeln. Der Geschmack ist etwas säuerlicher als von den vielen kommerziellen Produkten mit dem Fruchtinhalt bekannt. So werden auch Maracujasäfte und Milchshakes, die in fast jedem einheimischen Restaurant angeboten werden, gerne etwas nachgesüßt.

 

 

Manzana de Agua

Manzana de Agua

Es handelt sich um kleine Äpfel, walnussgroß und komplett mit Kerngehäuse. Halt ein richtiger, kleiner Apfel, angenehm fruchtig im Geschmack.

 

 

 

 

 

 

Melonen

Melonen

Die Wassermelonen sind hier an der Küste am häufigsten. Straßenverkaufsstände mit Bergen von über 100 Früchten sind keine Seltenheit. Dort werden die nicht ganz leichten Früchte direkt in den Kofferraum des Kunden gepackt. Auch Cantalupe- und Charentaismelonen gehören zum festen Sortiment der Supermärkte.

 

 

Mora

Mora gefroren

Die Mora ist eine Brombeerenart und wird in der Sierra Nevada de Santa Marta landwirtschaftlich kultiviert. Die Früchte sind nur sehr kurz haltbar und werden in Supermärkten abgepackt in 500 oder 1000g Beuteln oder tiefgefroren als Wiegeware angeboten. Morasaft oder Milchshake gibt es in jedem Restaurant, aber auch in Milchprodukten ist die Geschmacksrichtung weit verbreitet. Und Gisela macht ein wunderbares Eis daraus.

 

 

 

 

 

Noni (Stinkefrucht)

Duria

Bei kaum einer anderen Frucht gibt es einen so großen Unterschied zwischen Geruch und Geschmack. Beim Öffnen verströmt ein atemberaubender Geruch, eine Kombination aus Harzer Roller und Farbverdünner.

In der Frucht sind 5 harte Fruchtkammern, die stachlige, harte Schale einer Kammer auf beiden Seiten einschneiden und stückweise herausbrechen. Um an die Fruchtstücke mit dem fantastisch nussigen, vanilligen Geschmack heranzukommen, einfach mit der Hand öffnen und die Kerne entfernen.

Im Fruchtfleisch enthalten sind Kalzium, Eisen und viel Vitamin C und E. Sie sollten nach 2-3 Tagen verbraucht werden, bei einer Braunfärbung werden sie sauer.

Wichtig: Die Früchte immer nur – ausschließlich – im Freien öffnen! Ansonsten kann man die nächsten Tage sein Appartement nicht mehr nutzen und muss am Strand schlafen.

 

 

Nispero

Nispero

Die Mispelart sieht aus wie eine kleine Schwester der Zapote, wie eine zu klein geratene, schmutzige Kartoffel. In der Mitte befinden sich mehrere harte Kerne, das gelbliche, leicht körnige Fruchtfleisch darum herum hat einen leicht nussigen Geschmack wird ausgelöffelt. Man liebt sie oder mag sie gar nicht. Die Nispero werden reif geerntet und müssen schnell verzehrt werden, sie werden auch zu Likör, zur Konserven und als Honigzusatz weiterverarbeitet.

 

 

Orangen Tangelo

Orangen Tangelo

Die Tangelo macht optisch wenig her, verwaschen orange-grün und für eine Orange recht klein geraten. Aber mit einem fantastischen Geschmack. Eigentlich ist sie eine Kreuzung aus Mandarinen und Grapefruit, daher auch das rötliche Fruchtfleisch. Die Schale ist recht dünn, ebenso die Häute um das Fruchtfleisch.

Wenn Orange – dann Tangelo !

 

 

Orangen Valencia

Orangen Valencia

Das Gegenteil zur Tangelo: Ein Aussehen wie man es sich wünscht. Orange, groß, ebenmäßig und die Schale leicht rau. Der Inhalt der Frucht ist dafür um so enttäuschender. Eine sehr dicke Schale, sehr dicke Fruchthäute und um im Fruchtfleisch einen Orangengeschmack feststellen zu können, muss man schon etwas Fantasie mitbringen. Eine Frucht, perfekt zur Tischdekoration in einem Obstkorb.

 

 

Papaya (Baummelone)

Papaya

Die Papaya hier an der Küste haben wenig mit den Früchten gemein, die bei deutschen Discountern angeboten werden. Die Früchte in Kolumbien werden zwischen 3 und 4 kg schwer und schon mal 30 cm lang. Reif zum Verzehr ist die Papaya, wenn sich die Haut leicht eindrücken lässt, das Fruchtfleisch eine hellrote Farbe angenommen hat und einen fruchtigen, leicht süßlichen Duft verströmt.

Der entscheidende Unterschied ist aber der Geschmack, diese herrliche Mischung des leicht cremigen Fruchtfleisches mit der intensiven Fruchtsüße und dem einzigartigen Aroma. Die Papaya am besten quer durchschneiden und vor dem Verzehr die schwarzen, pfeffergroßen Kerne entfernen. Die Früchte enthalten viel Vitamin A, Vitamin B1, B 2, Vitamin E und Vitamin C, 56 mg auf 100g Fruchtfleisch. Durch den enthaltenen Wirkstoff Papain wird Eiweiß gespalten und somit werden Fette schneller abgebaut. Papain wirkt verdauungsfördernd, leicht abführend und wundheilend. Ob in einem Obstsalat, zu Schinken, mit etwas Orangenlikör und ein paar Tropfen vom guten Weinbrand, den Verwendungsmöglichkeiten sind nur durch die Fantasie des Genießers Grenzen gesetzt.

Als Geheimtipp: Zähes Fleisch wird butterweich, wenn man Papayaschale zum Garen dazugibt.

 

 

Die gut sortierte Obstabteilung im "Rapimecar" in Rodadero
Die gut sortierte Obstabteilung im "Rapimecar" in Rodadero

Passionsfrucht (Purpurgrenadilla)

Passionsfrucht

Die pflaumengroßen Früchte sind am besten zum Verzehr geeignet, wenn die Haut verschrumpelt aussieht. Einfach die Frucht mit einem Messer teilen und das Fruchtfleisch mit den kleinen Samen auslöffeln. Der frische Geschmack mit reichlich Fruchtsäure deutet auf einen hohen Vitamin C Anteil hin.

 

 

Perita

Pera
Pera

Die Perita, übersetzt Birnchen, hat mit der uns bekannten Frucht höchstens die Form gemein. Mit einem Kern (von einer feinen Haut umgeben) anstatt einem Kerngehäuses und dem etwas mehligen, fast neutralen, Geschmack nicht unbedingt empfehenswert. Nur schön für die Obstschale.

 

Wenn Birne - dann Guayaba (Guave) !

 

 

Pitaya

Pithaya

Die Frucht sieht aus wie ein gelber Tannenzapfen. Vom Aussehen darf man sich aber auf keinen Fall abschrecken lassen, einfach durchschneiden und das weiße Fruchtfleisch auslöffeln. Nicht zu süß, nicht zu sauer – der Geschmack ist einfach schön. Erinnert eine bisschen an eine Kiwi mit einem Spritzer Birne. Unbedingt probieren!

Einer meiner Vitaminfavoriten !

Kolumbien ist eines der Hauptanbauländer der Kaktusfrucht (ähnlich einer Kaktusfeige), die Stacheln werden aber vor dem Verkauf entfernt.

Vorsicht: Nicht für Diabetiker geeignet!

 

 

Platano (Kochbanane)

Platano

Die Platano, Koch- oder auch Mehlbanane, ist hier an der Karibikküste Grundnahrungsmittel und wichtiger Stärkelieferant. Die grünen Früchte werden geschält, in ca. 1 cm breite Scheiben geschnitten und in nicht so heißem Fett kurz anfrittiert. Nach ca. 3-4 Minuten werden die Scheiben aus dem Fett herausgehoben, mit einem Holzbrett platt gedrückt und bei höherer Temperatur zu Ende frittiert, bis sie goldgelb sind. Die Platanoscheiben werden leicht gesalzen, und als Beilage zu fast allen Gerichten gereicht. Unbedingt probieren !

 

 

Platano Coli

Platano Coli
Platano Coli

Die kurzen, dicken Kochbananen werden sehr gerne für Suppen verwendet. Sie werden nicht frittiert sondern gekocht, ein leckerer Stärkelieferant.

 

 

 

 

 

 

 

Pomelo

Pomelo

Auch in Deutschland bekannt mit ihrer dicken Schale, den starken Fruchthäuten und den großen Kernen. Das Fruchtfleisch der Grapefruitvorgängerin ist mild und fein im Geschmack.

 

 

 

 

 

 

Tomate de Arbol (Baumtomate)

Tamarillo

Hier an der Küste sehr weit verbreitet, fast alle Restaurants und Bars bieten den Saft oder den Milchshake an. Die Früchte 2 bis drei Minuten in heißes Wasser ziehen lassen, die Schale lässt sich danach problemlos entfernen. Der Rest wird püriert und durch ein Sieb gegossen. Auch für Marmelade (auch in Kombination mit anderen Früchten) sehr gut geeignet.

Auf dem Foto sieht man gelbe und rote Baumtomaten, geschmacklich kaum ein Unterschied sind die gelben Früchte 20% günstiger.

 

 

Tamarindo

Tamarindo

Tamarindo ist eine Baumfrucht, im Naturzustand sehr sauer und mit gut abführender Wirkung. Angeboten werden Sie in kleinen Päckchen als zähe Masse oder in kleinen Beuteln als Saftextrakt. Das Fruchtfleisch und die Kerne sind bereits mit Zucker vermischt. Diese Masse eine Stunde in 2 Liter Wasser geben, das Ergebniss ist ein wunderbarer, erfrischender Saft.

Etwas mehr gesüsst und in kleine Kugeln verwandelt ist es eine sehr verbreitete, leicht fruchtige Süssigkeit.

 

 

Toronja (Grapefruit)

Toroncha

Charakteristisch ist das rote Fruchtfleisch und der typische, sauer-fruchtige Geschmack. Die schmutzig gelbgrüne Schale mit orange-roten Elementen lässt sich leicht lösen. Auch hier wird die Frucht meist pur gegessen oder als Saft genossen.

 

 

 

Uchuva (Kapstachelbeere)

Uchuva

Die in Europa auch unter dem Namen Physalis bekannten Früchte werden hier auch in den offenen PVC Körbchen angeboten, die man aus deutschen Supermärkten kennt. Allerdings werden hier die kleinen, orangefarbenen Früchte mit dem markanten stachelbeerähnlichen Geschmack ohne die feinen Häute verpackt. In ein Körbchen passen so 300 g zu einem Preis von umgerechnet 80 Cent.

 

 

Zapote Costeño

Zapote

Die Frucht sieht aus wie eine sandige Kartoffel, ist aber für Leckermäuler eine Offenbarung. Die dünne, zähe, etwas ledrige Haut muss mit dem Messer überwunden werden, halbiert zeigt sich auch der nicht allzu große Kern in der Mitte. Darum herum das cremige, braunrote, von der Konsistenz fast an eine Avocado erinnernde, Fruchtfleisch mit einem Geschmack nach Malz mit Schokolade. Ein absoluter Geheimtipp ist aber ein Milchshake, der Grundgeschmack wird in der Milch noch gesteigert. Der Reifezustand ist an der Außenhaut nicht zu erkennen, wenn sich die Zapote etwas eindrücken lässt ist sie verzehrbereit. Entweder mag man sie sehr gerne oder gar nicht, probieren ist aber Pflicht!

 

 

Zapote Cachaca

Zapote

Im Gegensatz zu der "Costeño" (Kosename für die Küstenbewohner) oben ist die "Cachaca" (etwas despektierlich für Hauptstadtbewohnerin, Bogotana) etwas kleiner und mit einem großen Stil versehen. Das weiche, etwas faserige, Fruchtfleisch sitzt fest an den 5 Kernen. Der Geschmack ist leicht schokoladig, einfach klasse.

 

 

Zuckerrohr (Panela)

Panela

Panela ist ein reiner, organischer und ungebleichter Zucker, der in den Geschäften in quaderförmigen Formen angeboten wird. Bei dem Getränk „Agua de Panela“ wird ein Stückchen Panela in einem Topf Wasser kurz aufgekocht bis sich der kleine, braune Klumpen aufgelöst hat. Danach wird er mit etwas Limette abgeschmeckt. Das Getränk sättigt und gibt Kraft für den Tag. Hier in Kolumbien ein günstiges Volksnahrungsmittel mit vielen gesundheitlichen Vorteilen. Erwiesenermaßen greift Panela die Zähne nicht an, führt kaum zu Verstopfung bei kleinen Kindern und wirkt Anämie und Rachitis entgegen.

Bei der Panela wird die natürliche Qualität der Vitamine und Mineralien des Zuckerrohrsafts bewahrt, da der Zuckerstrom nicht von der Masse getrennt wird. Beim traditionellen Herstellungsverfahren wird der rohe Zuckerrohrsaft langsam in kupfernen Wannen eingekocht, der Wassergehalt reduziert sich nach und nach. Die dabei entstandene zähe Masse wird in rechteckige Formen gegossen und getrocknet. Diese Herstellungsweise ergibt ein mildes, karamellartiges Aroma, das zum Backen und für Süßspeisen großartig geeignet ist.

Diese braunen Klumpen getrockneter Melasse gehören eigentlich nicht in eine Liste von Früchten. Sie sind aber für jeden Besucher sehr interessant und hier weit verbreitet, man kommt um sie hier in Kolumbien nicht herum.

 

Etwas vergessen ?

Fehlt eine Sorte auf der Liste? Haben Sie Zubereitungsvorschläge oder andere Erfahrungen mit einzelnen Früchten?

Bitte schreiben Sie einen kurzen Kommentar, ich werden Ihre Informationen kurzfristig in den Artikel einfließen lassen.

 

Danke

Danke

Dank an Gisela, die mir mit ihrer reichhaltigen Erfahrung viele Tipps und Zubereitungstricks gegeben hat. Und dem Biologen Eberhard Wedler für viele Anmerkungen und Hinweise auf Eigenschaften.

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Tue, 04 Oct 2011 10:28:03 -0500
<![CDATA[Die Fiesta del Mar 2011 in Santa Marta]]> http://www.santa-marta.de/2011/08/03/die-fiesta-del-mar-2011-in-santa-marta/ http://www.santa-marta.de/2011/08/03/die-fiesta-del-mar-2011-in-santa-marta/

(Alle Fotos durch anklicken vergrößerbar)

Traditionell Ende Juli steigt hier in Santa Marta der Saisonhöhepunkt: das "Fest des Meeres".

Ähnlich der in Deutschland stattfindenden Stadtfeste gibt es viel Livemusik, Umzüge, sportive Wettbewerbe und kommerzielle Zerstreuung.

 

Die Fressmeile ist bei weitem nicht so umfang- und variantenreich und auch die Verlockungen des Glücksspiels am Straßenrand wirken improvisiert. Die Lebensfreude der Einheimischen und die Freude an dieser Feier lassen aber eine Stimmung entstehen, die man auf bundesdeutschen Innenstadtstraßen vergeblich sucht.

Der Sport

Die ersten vier Tage gehörten ausschließlich dem Sport. Wasserball in Taganga, Schwimmwettbewerbe und Strandfußball mit nationaler Beteiligung sowie das international besetzte Volleyballturnier in Rodadero lockten eher die "eingefleischten Fans" an. Bei teilweise über 40 Grad, auch auf den "besseren Plätzen", kann auch zuschauen zum Sport werden!

Die Musik

International bekannte Künstler wie Eddie Hererra, hier auf einem Festwagen einer Spirituosenfirma, sorgen für Stimmung. Die Schauspieler einer Telenovela über das Leben des gerade verstorbenen Sängers Joe Arroyo, den Star der Salsamusik zwischen den 70er und 90er Jahren, suchen auch auf einem Festwagen Kontakt zum Publikum. Die Hits des Künstlers sind Gassenhauer, jedes kolumbianische Kind kann das Lied "A mi Dios todo le debo" (Ay... Papa) mitsingen, bevor es schreiben kann.

Auf großen Bühnen in Rodadero und Santa Marta gab es kostenlose Livemusik, teilweise bis vier Uhr morgens.

Nur einer tanzte aus der Reihe: Der Lokalmatador Carlos Vives, hier in Santa Marta im Stadtteil Gaira geboren, war nur für ausgesuchtes Publikum live zu erleben. In einem Konzert in der Marina zu Eintrittspreisen zwischen umgerechnet 40 und 60 Euro. Für normalsterbliche Einheimische nicht zu bezahlen und so blieben seine Hits einem erlesenen Publikum vorbehalten.

Der große Umzug und der Regen

Es hätte sogar die Möglichkeit gegeben den großen Umzug, den "Desfile de Carrozas", im Trockenen über die Bühne bringen zu können. Überall auf der Welt - nur nicht hier an der Karibikküste von Kolumbien.

Die "Costeños", die Küstenbewohner, haben ihrem Ruf mal wieder alle Ehre gemacht: Die ersten Wagen waren statt um 3 erst um ca. halb 5 Uhr auf der Straße. Die letzte Chance den Umzug noch vor Sonnenuntergang zu beenden aber auch genau in die, aus Richtung Cartagena aufziehenden, Wolken hinein.

Getragen wird der Umzug von den vielen Tanzgruppen aus den verschiedenen Stadtteilen. Tanzen ist hier nicht nur Vergnügen oder Sport, es ist eine Lebenseinstellung. Auf den Stadtteilfesten sieht man häufig Großmütter mit dem Enkel/in ausgelassen sich nach den Rhythmen bewegen.

Vorherschend war dieses Jahr die Salsa, sicherlich auch wegen dem Tod des Sängers Joe Arroyo. Gerade die älteren Tanzgruppen boten aber auch wunderbare Tänze im Rhythmus der Cumbia. Den großteils afrikanischen Wurzeln der Küstenbevölkerung wurde mit dem rhythmischen Mapalè Rechnung getragen.

Über dem zweiten, finalen Wochenende schwebte die ganze Zeit die Spannung welche junge Dame die Wahl zur Schönheitkönigin des Festes gewinnt.

 

Das die männliche Bevölkerungshälfte die sehr hübschen, jungen Damen mit Wohlgefallen betrachtet, ist eher natürlich. Getragen wird dieser Wettbewerb aber von den Frauen: Die Vorzüge, Stärken und kleinen Fehler jeder Bewerberin werden ausgiebig diskutiert. Und es schwingt auch eine gehörige Portion Anerkennung und Respekt für die Bewerberinnen mit: "Schau mal, die (Schönheits) Königin von (La Reina de) Tolima".

Diese besondere Stimmung lässt sich nur mit dem Wunsch der, meist wirklich sehr ansehnlichen, weiblichen Bevölkerungshälfte erklären, einmal im Leben selber an solch einer Wahl teilzunehmen und bewundert zu werden.

 

Dies muss hier bereits genetisch veranlagt sein !

Der Costeño an sich nuzt jede Chance um sich beim ersten Regentropfen eines Schauers in geschützte Bereiche zurückziehen zu können.

Um so überraschender die Begeisterung und Ausgelassenheit der Zuschauer bei diesem Wetter.

Bewundernswert auch die Einstellung Gruppen und Tänzer: 4 bis 6 Monate Vorbereitung und Proben, die Kostüme werden sich teilweise vom Mund abgespart - und dann die Aufführung in einem Fluss !

Die Lust an der Musik und am Tanzen ist aber stärker als der Regen.

Diese ungewöhnliche Situation kommt auf Bildern nicht so rüber, deshalb die vielen Videos dieses Jahr.

Desfile de Balleneras

Der Höhepunkt am Samstag Nachmittag:

 

Bei strahlendem Sonnenschein fahren die Bewerberinnen zur "Königin der Fiesta del Mar" auf Fischerbooten am kurzen Strand und der Promenade  von Santa Marta entlang. Alle Sportboote und Yachten der Umgebung haben sich in der Mitte der Bucht versammelt um den Schönheiten auf dem Rückweg die Ehre zu erweisen, vor allem aber um eine große Party zu feiern.

Wiederum werden vor allem von den weiblichen Anwesende Kommentare zu den einzelnen Bewerberinnen abgegeben obwohl die Boote in 40 bis 50 Meter Entfernung vorbeifahren. Die Augen der Frauen sehen halt alles !

Gefeiert wird noch bis vier Uhr morgens. Bei kleinen Glücksspielen, in Biergärten der Brauerei Bavaria (schönes, kühles Aguila) und vor den Bühnen mit der Livemusik. Mit Polizisten an jeder Ecke und weitgehend friedlich - ähnlich einem Stadtfest in Deutschland. Auch Touristen können hier mitfeiern.

In Hotels der näheren Umgebung ist man wegen der Lautstärke aber fast zum mitfeiern gezwungen - sorry Familie Vosswinkel !

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Wed, 03 Aug 2011 20:29:36 -0500
<![CDATA[... wo einem die Kolibris um die Ohren fliegen]]> http://www.santa-marta.de/2011/07/11/wo-einem-die-kolibris-um-die-ohren-fliegen/ http://www.santa-marta.de/2011/07/11/wo-einem-die-kolibris-um-die-ohren-fliegen/
Die Minca Eco Habs
Die Minca Eco Habs

(Alle Fotos sind durch anklicken vergrößerbar)

Auf dem Weg nach Minca, dem kleinen Ort in ca. 600 Meter Höhe in der Sierra Nevada de Santa Marta, stechen sie sofort ins Auge: Die Hütten aus Bambus mit den Palmendächern, die Minca Eco Habs.
Wie an den Berg geklebt sind sie in den letzten Hang vor dem kleinen Ort hineingebaut. Die Stadt Santa Marta mit Hafen und Insel „El Moro“, eingebettet in die Ausläufer der Sierra, breitet sich vor den Augen der Besucher aus. Einheimische behaupten, vor hier aus kann man bis in die Bullaugen der im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffe sehen.

Die weitere Besonderheit ist der Standort im oberen Teil des Hanges, der einen Einblick in die Tierwelt in den Baumwipfeln der unterhalb stehenden Bäume bietet. Der hier vorherrschende tropische Trockenwald bietet mit seiner Pflanzenvielfalt eine große Auswahl an Futter- und Nistpflanzen.
Und gerade dieser Lebensraum in den Kronen der Bäume bleibt uns wenig kletterbegeisterten Normalsterblichen normalerweise verborgen. Hier aber kann sich der Besucher auf einer Terrasse niederlassen, Fernglas und Kamera auf einem kleinen Tisch ablegen und in Ruhe der Ereignisse harren, die den dort kommen. Und sie kommen mit Sicherheit!

Als Erstes wurde ich bei meinem Besuch von einem  Streifentyrann  lautstark darauf hingewiesen, doch bitte den Sicherheitsabstand zu seinem Nest in einem Bambusbalken auf der linken Seite der Terrasse einzuhalten. Nachdem er dies klargestellt hatte lies er sich von meiner Anwesenheit nicht an den regelmäßigen Besuchen seiner Wahlheimat abhalten. Es folgten viele kleinere Vogelarten in meinem Sichtfeld, einige eher unscheinbar wie die Palmentangare, andere in leuchtenden Farben wie die Scharlachbauchtangare und die Schwalbentangare. Mit dem rechten Auge schiele ich immer wieder zu der Kolibri-Trinkstation, die die Besitzerin auf dieser Seite aufgehängt und mit Zuckerwasser gefüllt hat. Immer wieder erscheinen hier ganz kurz diese faszinierenden, kleinen Vögel und naschen, in der Luft stehend, diese Süßigkeit durch ihren langen Schnabel. Ein, zwei, höchstens drei Sekunden. Und sind blitzschnell wieder verschwunden.

Und auf ein Mal ist es vorbei mit der Ruhe: Ein Schwarm von ca. 30 Tovisittichen (Brotogeris jugularis) fliegt über den Hang und viele dieser kleinen Papageien lassen sich in einem Guarumobaum in nur 8 Meter Entfernung nieder. Hier wird jetzt, in den nächsten 20 Minuten, ausgiebig gezankt und gestritten, zärtlich die Schnäbel aneinander gerieben und gegenseitig das Gefieder geputzt. Oder auch nur die Lage im Allgemeinen und die Vorteile dieses Standortes im Besonderen diskutiert. Und dies sehr lautstark und mit vielen Emotionen. Ich fühlte mich regelrecht „zugetextet“ und hatte den Eindruck das diese niedlichen, kleinen Geschöpfe kommunizieren können ohne Luft zu holen :-).

Nachdem diese kleinen Papageien weitergeflogen sind, gab sich ein Regenbogentukan die Ehre. Dieser Vogel mit dem wunderschönen leuchtend gelb-orangen Schnabel lies sich auf einem etwas weiter entfernten Guarumobaum nieder (der etwas größere Blattabstand erleichtert das beobachten) und hat sich erst einmal ausgiebig geputzt und sein Gefieder gepflegt.

Ein Regenbogentukan ( Ramphastos sulfuratus)
Ein Regenbogentukan (Ramphastos sulfuratus) bei der ausgiebigen Körperpflege

Urplötzlich wurde ich aus der ruhigen Beobachtung gerissen: An der Kolibri-Trinkstation standen sich zwei blau-grüne Exemplare Auge in Auge in der Luft gegenüber und piepsten sich aufgeregt an. Diese Situation wollte ich unbedingt festhalten und war gerade im Begriff meine Kamera zu heben als die beiden ansatzlos und mit einer unglaublichen Geschwindigkeit - natürlich immer noch laut zeternd -  nur Zentimeter links und rechts an meinem Kopf vorbei flogen. Mit offenem Mund und mit halb erhobener Kamera habe ich noch gefühlte 10 Sekunden völlig starr auf dem Hocker gesessen und muss ein sehr komisches Bild abgegeben haben. Alle Anwesenden haben mir jedenfalls spontan mindestens ein freundliches Lächeln geschenkt :-).
Nach diesem Erlebnis war die Konzentration verflogen. Bei einem kühlen Bierchen wurde diese Situation, besonders aber auch die Frage ob es sich um Stahl- oder um Braunschwanzamazilien gehandelt hat, noch ausgiebig diskutiert. Im Sonnenuntergang mit der beleuchtete Stadt Santa Marta zu unseren Füßen in sehr angenehmer Umgebung.

Stahl- oder Braunschwanzamazilie ?
Stahl- oder Braunschwanzamazilie ?

Für die fachkundigen Informationen vor Ort und die Unterstützung  bei der Erstellung dieses Artikels möchte ich mich bei den Vogelkundlern und Biologen Juan Fernando Alzate und Yurgen Vega bedanken. Die beiden stehen auch Touristen als Führer in Minca und der Sierra Nevada zur Verfügung.

 

Weitere Informationen zu den Minca Eco Habs finden Sie hier.

Ein letzter Blick auf Santa Marta
Ein letzter Blick auf Santa Marta in der Abenddämerung
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Mon, 11 Jul 2011 15:51:54 -0500
<![CDATA[Das Programm der Fiesta del Mar 2011 in Santa Marta]]> http://www.santa-marta.de/2011/07/05/das-programm-der-fiesta-del-mar-2011-in-santa-marta/ http://www.santa-marta.de/2011/07/05/das-programm-der-fiesta-del-mar-2011-in-santa-marta/

Vom 21. bis zum 30. Juli steigt der Jahreshöhepunkt Santa Martas, die Fiesta del Mar.

Eingerahmt von sportlichen Wettbewerben an den Stränden von Rodadero und Taganga und musikalischen Darbietungen in Santa Marta steht die Wahl der (Schönheits-) Königin des Meeres, über drei Tage mit verschiedenen Kostümen an verschiedenen Orten, im Mittelpunkt.

Vom 28. bis 30. gibt es ab dem Nachmittag an den Stränden von Santa Marta und Rodadero Livemusik und Unterhaltung (Carlos Vives soll kommen).

Ein absolutes Muß: Der Desfile de Carrozas, der große Umzug durch die Stadt mit vielen Tanzgruppen, Musik und - natürlich - den Schönheitsköniginen am Freitag um 15.00 Uhr.

(Das Programm ist durch anklicken vergrößerbar)

Programm der Fiesta del Mar in Santa Marta 2011
Programm der Fiesta del Mar in Santa Marta 2011
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Tue, 05 Jul 2011 22:36:51 -0500
<![CDATA[Das Erlebnis Nationalpark Tayrona]]> http://www.santa-marta.de/2011/03/08/das-erlebnis-nationalpark-tayrona/ http://www.santa-marta.de/2011/03/08/das-erlebnis-nationalpark-tayrona/

Natur und Kultur an der kolumbianischen Karibikküste

Das Schmuckstück von Santa Marta, der Nationalpark Tayrona, mit seinen traumhaften Buchten und dem tropischen Trockenwald, beginnt direkt oberhalb von Taganga. Er erstreckt sich 35 km bis zum Punto Maguey, an dem der Rio Piedras ins Meer fließt. Das Küstengebirge geht hier wie eine Hand mit gespreizten Fingern in die Karibik über und umschließt traumhafte Buchten mit einer fantastischen Unterwasserwelt!

Das Gebiet umfasst 15.000 Hektar und wurde 1969 zum Schutzgebiet und 1982 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt.

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Der Nationalpark Tayrona
Der Nationalpark Tayrona

Es gibt nur vier Eingänge in den Park: Die Bahia Concha ist direkt von Santa Marta aus zu erreichen, die Buchten Bahia Neguage und Bahia Cinto von einem Zugang, gegenüber der Tankstelle oberhalb von Bonda, am Troncal de Caribe. Weiterhin der Zugang in Calabazo zum Eingeborenendorf "Pueblito" und den Terrassen von Chairama, Überreste einer historischen Siedlung der Tayrona an gleicher Stelle. Sowie El Canaveral/Zaino kurz vorm Punta Maguey. Von Calabazo erreicht man auch die Buchten Bahia Brava und Cabo San Juan de Guia, von El Canaveral führt eine Straße für PKW und einen kleinen Bus Shuttle ca. 5 km in den Park hinein bis zu einem Parkplatz in Höhe des Strandes Carnaveral, dem Ausgangspunkt für eine ca. einstündige Wanderung auf ausgetretenen Dschungelpfaden zur Bucht von Arrecifes.

Der Eintritt in den Park kostet für Einheimische 13.000 Pesos, für Ausländer mit einer Cedula (setzt ein Visa voraus) 18.000 Pesos und für ausländische Touristen 35.000 Pesos (COP), ca. 13 Euro (Stand März 2011).

 

 

Von Calabazo nach Pueblito/Chairama

Das Abenteuer beginnt ganz harmlos an einem Feldweg im Dörfchen Calabazo am Troncal de Caribe, der hinter Santa Marta fast genau der Nationalpark zum Hinterland abgrenzt. Freundliche Polizisten weisen uns den unscheinbaren Weg, ab hier geht es nur noch per pedes weiter. Oder auf dem Rücken von Maultieren. Dieses Angebot wird aber hochmütig zurückgewiesen, was soll uns schon passieren ?

Wir sind bestens ausgerüstet:  Landestypisch - locker gekleidet und mit gutem Schuhwerk versehen (mit Badelatschen macht die Tour keinen Spaß). Mit Sonnencreme und Mückenspray geschützt und mit reichlich Sandwiches für den kleinen und mittleren Hunger und 2 l Wasser pro Person ausgerüstet, was den Rucksack ganz schön schwer macht. Die Badebekleidung und die Handtücher für das Belohnungsbad in der Karibik fallen da als Reisegepäck schon gar nicht mehr auf.

Ein unscheinbares kleines weißes Haus am Wegesrand entpuppt als Eingangskontrolle zum Park. Hier müssen wir unsere Ausweise vorweisen und werden registriert. Aus Sicherheitsgründen - natürlich. Um zweimal 18.000 Pesos erleichtert, dafür aber mit Armbändern nach Vorbild eines "All Inclusive Resorts" gekennzeichnet, geht es weiter -  immer schön dem Feldweg folgen. Dieser wandelt sich immer mehr zu einem Pfad. Die kleinen Hütten der Einheimischen, die am Wegesrand von kleinen Bananenplantagen oder anderen, landwirtschaftlichen Betrieben leben, werden immer seltener. Viele Bäume werfen in der Trockenzeit, jetzt im Februar, einen Teil ihrer Blätter ab. Es erinnert etwas an einen sonnigen Herbsttag in Deutschland, allerdings an einen sehr warmen. Der Weg wird steiler, die Sonne steigt am Himmel und der Schatten, den die angrenzenden Bäume spenden, wird immer kürzer. Gott sei Dank sind wir früh genug losgegangen - um die Mittagszeit muss dieser Weg die Hölle sein! Nach eineinhalb Stunden scheint der Aufstieg endlich geschafft, der Pfad weißt nur noch wenige Steigungen auf. Nach einer weiteren, halben Stunde erreichen wir eine Weggabelung: Links geht es den etwas einfacheren Weg zur Playa Brava an die Küste, rechts - natürlich wieder etwas bergauf - wartet Pueblito. Ein Königreich für ein Muli. Wie konnte ich in Calabazo nur so arrogant sein, dieses schöne Angebot so schroff zurückzuweisen.

Jetzt, nach über zwei Stunden, richten sich alle Energien auf das Ziel. Pueblito erreichen und eine Pause mit einer Stärkung einlegen, der Abstieg zur Küste steht uns ja auch noch bevor. Und dies ist sehr schade! Der geneigte Wanderer verpasst so viele schöne Eindrücke der wunderschönen, geschützten Natur am Wegesrand. Eidechsen schlängeln sich, aufgeschreckt durch den Gast in ihrem Lebensraum, in schützendes Laub. Handtellergroße, kobaltblaue Falter kreuzen plötzlich, nur auf Armeslänge entfernt, den Weg. Viel zu schnell Haken schlagend um sie auf einem Foto festhalten zu können, sind sie genau so schnell im Unterholz verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Kurze Pausen bringen die wunderbare Flora und Fauna des Parkes näher, nach 5 Minuten Ruhe erscheinen auch Vogelarten, die ein sich schnell fortbewegender Wanderer nie zu Gesicht bekommt.

El Pueblito/Chairama

Das Volk der Tayrona hatte ein hoch entwickeltes Gemeinwesen mit unabhängigen Siedlungen und einem System von gepflasterten Verbindungs- und Handelswegen. Für die Siedlungen wurden von der Küste bis in die Sierra Nevada Terrassen angelegt, auf denen palmenbedeckte Rundhäuser aus Holz und Lehm gebaut wurden. Bemerkenswert ist vor allem die kunstvolle Goldbearbeitung dieses Volkes, besonders schöne Stücke sind in den Goldmuseen in Bogota und Santa Marta zu sehen. Die Tayrona wollten sich den spanischen Eroberern nicht ergeben und wurden im 17. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet. Aus den wenigen geflüchteten Überlebenden hat sich der Stamm der Kogi entwickelt.

Das Dorf Charaima mit seinen ursprünglich einmal 250 Terrassen wurde zwischen den Jahren 450 und 1600 n. Chr. von ca. 2000 Menschen bewohnt. Auf den  Terrassen wurden die Wohn- und Gemeinschaftshäuser errichtet, es gab klare Abgrenzungen zwischen Lebens- und Arbeitsbereichen. Von den ursprünglichen Hütten ist keine erhalten geblieben, die Wege sind aber sehr gut restauriert und geben einen Eindruck über die Größe und die Struktur der Siedlung.

Es sind auch zwei Hütten der Kogi hier errichtet worden, in denen Angehörige des Stammes u.a. Taschen zum Kauf anbieten. Dies hinterlässt aber eher den Eindruck einer gestellten Scene.

Andererseits kann man es den Kogi hier in Pueblito auch nicht übel nehmen: Tagein, tagaus von den vielen Touristen, die doch eine so unterschiedliche Lebensauffassung und Sicht auf die Werte und Normen des Lebens haben, bestaunt und fotografiert zu werden - es gibt sicherlich Schöneres im Leben.

 

Die mitgebrachten Sandwiches schmecken hier oben noch einmal so gut wie auf Meereshöhe, das Zusatzgewicht hat sich gelohnt. Zumal es ohne Alternative war: Es gibt auf der gesamten Strecke zwischen Calabazo und Cabo San Juan nicht einmal eine Flasche Wasser zu kaufen! Wehe dem, der diesen Ausflug auf die leichte Schulter genommen hat. Da hängt leicht schon mal der Magen auf Höhe der Kniekehlen und die Zunge unterhalb des Kinns.

 

Der Abstieg

Und hier haben wir den entscheidenden Fehler gemacht: Anstatt ein Stückchen zurückzugehen und den leichteren Weg zur Küste zur Playa Brava zu nehmen, sind wir dem Ruf des kürzeren Weges nach Cabo de San Juan gefolgt. Was sollte uns schon passieren, wir hatten doch auch den zweieinhalbstündigen Aufstieg geschafft. Welch Fehlentscheidung!

Fast der gesamte Weg besteht aus Steinen und Felsbrocken, die auf die abenteuerlichste Weise überwunden werden wollen. Normales bergab gehen ist die absolute Ausnahme. Und wir durchschnittlich trainierten Flachlandtirolern mittleren Alters hatten keine Vorstellung von der Beanspruchung diverser Muskelgruppen, von denen wir keine Ahnung hatten, dass wir diese überhaupt besitzen. In der Regenzeit, mit nassen und glitschigen Steinen, ist dieser Weg gefährlich und von ungeübten Wanderern zu meiden!

Die Anstrengung war auch in den Gesichtern der Mitglieder entgegenkommender, kleiner Gruppen meist junger, ausländischer Parkbesucher zu erkennen, die, teilweise mit Zelt und Bratpfanne bewaffnet, sich den Weg bergauf auch sicherlich leichter vorgestellt hatten.

Nach einer Stunde anstrengenden Abstiegs waren unsere Wasserreserven erschöpft und die Küste wurde förmlich herbeigesehnt.

 

 

Cabo San Juan de Guia

Ein Königreich für eine Flasche Wasser und die ist am Kiosk in Cabo de San Juan auch käuflich zu erwerben. Wenn auch zu leicht erhöhten Preisen, bedingt durch die Mehrkosten durch den Transport auf Pferde- oder Mulirücken. Die Nutzung von Kraftfahrzeugen, ja selbst von Fahrrädern, ist im Nationalpark streng verboten. Ein Freiluftrestaurant und eine Wiese um ein Zelt aufzustellen (das man auch vor Ort auch mieten kann) vervollständigt das Angebot vor Ort. Besonders ist sicherlich das Holzhaus mit sternförmig angeordneten Hängematten, die man zur Übernachtung mieten kann. Diese Unterkunft liegt auf einem kleinen Hügel zwischen den beiden Buchten und hat durchaus auch seine Nachteile: Der Weg nach oben ist nicht beleuchtet und kann bei Dunkelheit etwas länger dauern. Beim Abkommen vom schmalen Weg kann es auch etwas schmerzhaft werden. Und es gibt dort oben kein WC. Nach der Verrichtung der Notdurft eines Bewohners, dem bei Dunkelheit der Weg den Hügel herunter zu lange dauert, kann der Rest der Nacht für alle Schläfer etwas "anrüchig" werden. Oder der Wind weht so stark, dass der Hängemattenschläfer, in dem doch sehr offenen Gebäude, Gefahr läuft an Seekrankheit zu erkranken.

 

Wir haben uns nach den bisherigen vier Stunden Weges erst einmal ausgiebig am wunderschönen Strand ausgeruht und beim Bad in dem angenehm warmen Meer sich den Körper von den Strapazen erholen lassen.

 

 

Von Bucht zu Bucht

Das vorletzte Teilstück des Weges führt an verschiedenen Buchten entlang. "La Picina", das Schwimmbad, wird durch ein natürliches Riff von der Brandung geschützt. Die meist jungen, ausländischen Besucher des Parkes verbringen Stunden in dem angenehm warmen Wasser. Kurze Klettertouren wechseln sich ab mit Teilstücken direkt an Stränden oder ausgetretenen Pfaden kurz oberhalb der Buchten. Jeder Schritt ist hier ein Genuss, die Eindrücke der palmengesäumten Traumstrände in Verbindung mit dem lockeren, tropischen Trockenwald laden zum Träumen ein.

In jeder Bucht gibt es zumindest einen kleinen Verkaufsstand, der einen kleinen, landestypischen Snack und ein gekühltes Bier anbietet.

Ganz wichtig für die Zufuhr von Salzen und Mineralien in diesem Klima !!

 

 

Playa Arrecifes

Arrecifes ist der größte touristische Stützpunkt im Park. Neben der Campingmöglichkeit mit sanitären Anlagen werden hier auch kleine Zimmer (Cabanas) und Hängematten in offenen, natürlichen Unterständen zur Übernachtung angeboten. Im Gegensatz zu Cabo ist der Standort besser gewählt und macht eine ruhige Nacht in dieser doch sehr ungewohnten Schlafposition sehr viel wahrscheinlicher. Ein Kiosk, zwei Restaurants und ein Stützpunkt der Nationalparkverwaltung machen das Plätzchen zu einem kleinen "Touristendörfchen" in der Natur.

 

Das letzte Teilstück des Weges nach Canaveral führt über ausgetretene Pfade durch den tropischen Trockenwald des Parkes. In unregelmäßigen Abständen kommen uns kleine Gruppen von Pferden und Maultieren entgegen, die auf dieser "Hauptversorgungsroute" alles zur Küste transportieren, was dort von den Touristen erwünscht und verbraucht wird. Der Nachteil dieser biologisch einwandfreien Transportmittel sind die Hinterlassenschaften der Tiere, die des Öfteren in die Nase steigen und denen man doch etwas häufiger ausweichen muss.

Der Weg ist teilweise schon sehr stark ausgetreten und man sieht die Spuren, die die monatelangen Regelfälle, während des Wetterphänomens "La Nina" im Jahre 2010, verursacht haben. Ende des Jahres musste der Park aus diesem Grunde auch kurzfristig für Besucher gesperrt werden. Es wird gemunkelt, dass auf genau diesen Pfaden früher, vor Einrichtung des Nationalparks, die Ernte von Drogenpflanzen des Nachts aus der Sierra Nevada zur Verschiffung an die Küste transportiert wurden. Dies würde auch die tief eingetretenen Pfade erklären, die paar Touristen können dies eigentlich nicht geschafft haben.

Auch hier empfiehlt es sich den Blick nicht nur auf den Weg, sondern auch nach links und rechts zur beeindruckenden Pflanzen- und Tierwelt zu wenden. Kurze Pausen in absoluter Stille lassen viele Tiere erscheinen, die sich sonst vor den sich schnell bewegenden Wanderer verstecken. Pfeilgiftfrösche, Leguane und viele schöne Schmetterlingsarten sind ganz nah. Kurz vor Ende des Weges haben frei lebende Titiaffen ihre Wohnunterkünfte in ca. 15 Meter Höhe direkt neben dem Weg. Mit einem bisschen Glück und Ruhe sieht man die kleinen Energiebündel durch die Baumwipfel toben.

 

Auf dem Gebiet des Parkes leben über 100 Arten von Säugetieren, 300 Vogelarten, 400 verschiedene Fischarten und über 770 Pflanzenarten.

 

Nach über sechs Stunden reiner Wanderzeit haben wir endlich, geschafft aber glücklich, den Parkplatz oberhalb von Carnaveral erreicht. Die Fahrer der Kleinbusse, die uns für 2.000 Pesos pro Person die letzten 5 km über eine asphaltierte Straße zum Ausgang nach Ziona an den Troncal de Caribe bringen, warten gerne bis auch der letzte Zentimeter des eh schon zu kleinen Gefährts belegt ist.

Nach diesem aufregenden und anstrengenden Tag kann uns aber nichts mehr aus der Ruhe bringen, die nächsten zwei Tage in Rodadero, am ruhigen Strand der Playa Salguero, benötigen wir auch dringend um all die Eindrücke zu verarbeiten, die wir an diesem Tag in uns aufgenommen haben. 

Und um unseren Muskelkater zu pflegen. Sie wissen schon - die Muskeln, die wir erst beim Abstieg aus Pueblito kennengelernt haben!  

 

 

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Tue, 08 Mar 2011 00:19:17 -0600
<![CDATA[Die Männer und ihr "Säckchen"]]> http://www.santa-marta.de/2011/02/07/die-m%C3%A4nner-und-ihr-s%C3%A4ckchen/ http://www.santa-marta.de/2011/02/07/die-m%C3%A4nner-und-ihr-s%C3%A4ckchen/

Ganz offensichtlich tragen viele Männer aus Santa Marta eine Besonderheit mit sich herum:             

die Mochila

 

Diese Umhängetasche aus gewebten Naturfasern gehört zum alltäglichen Stadtbild von Santa Marta wie die fliegenden Händler und die überall umherschwirrenden Motorradtaxis. Mann trägt Beutel - und zwar ganz selbstverständlich als habe es nie etwas anderes gegeben!

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In der offiziellen Übersetzung bedeutet das Wort Ranzen, Tornister oder Rucksack. Die Rucksackreisenden werden im Spanischen auch als Mochileros bezeichnet. An der kolumbianischen Karibikküste hat es aber eine weitere Bedeutung.

 

Ein weiterer Schritt zur endgültigen Gleichberechtigung? Was bewegt die modernen Männer Santa Martas diese tägliche Last zu tragen?

 

Es ist ganz einfach sehr praktisch. Bei der typischen, sehr leichten Bekleidung, die die Witterung geradezu vorschreibt, ist nicht allzu viel Stauraum für Geldbörse, Handy etc. Schriftstücke werden sicher transportiert und auch das neueste Geschenk für die Ehefrau ist vor vorzeitiger Entdeckung geschützt. Auch der Autor hat sich schnell an das neue Tragegefühl gewöhnt, nach kurzer Zeit merkt man die Anwesenheit des zusätzlichen Textilstücks nicht einmal mehr. Falls aber in Situationen, in denen man dringend etwas wegstecken müsste, der Beutel nicht greifbar ist, wird er sofort schmerzlich vermisst.

 

 

Die Ursprünge

Arhuaco der Sierra Navada de Santa Marta
Arhuaco der Sierra Navada de Santa Marta

Die Ursprünge dieses Phänomens liegen bei den Eingeborenenstämmen der Arhuaca und Kogi, die zur indianischen Volksgruppe der Chibcha gehören und als Reste der Tairona Kultur im Norden Kolumbiens leben.

In den Traditionen der Bergstämme weben ausschließlich die Frauen diese Beutel mit den typischen, symmetrischen Mustern. Mädchen lernen die Kunst des Webens schon früh von den älteren, weiblichen Familienmitgliedern und die erste selbstständig gewebte Mochila eines Mädchens hat auch eine wichtige Bedeutung bei der Aufnahme in die Welt der Erwachsenen. Auch bei einer späteren Heirat sind von der Braut hergestellte Mochilas wichtige Gegenstände von hohem Symbolwert. Zwischen 20 und 40 Tagen braucht eine Arhuaca für die Vorbereitung der Materialien und die Herstellung.

Die Männer nutzen diese Taschen dann auf ihren Touren durch die Sierra Nevada de Santa Marta zum Transport von Nahrungsmitteln und ihrer persönlichen Kultgegenstände. 

 

 

Das Angebot

Auf den Straßen Santa Martas gibt es ein sehr großes Angebot der Umhängetaschen, als Souvenir für Touristen sind sie der Renner.

Es gibt aber große Unterschiede in der Qualität: Maschinell gefertigte, meist auch etwas bunt eingefärbte oder mit Schriftzügen versehene Beutel bekommt man schon ab 10.000 Pesos (ca. 4 Euro). Die handgewebten Exemplare, meist in dem typischen symmetrischen, zweifarbigen Design der Ureinwohner, kosten schnell mal das Zehnfache und mehr. Und wer von den Einheimischen etwas auf sich hält, geht nicht mit Touristenware auf die Straße!

Mit Sicherheit eine gute Qualität, von Frauen der Kogi oder Arhuaco hergestellt, erhält der Ortsunkundige in der Fundation "Bio Sierra". In den Verkaufsräumen in der Calle 16, No. 3-94, nur 50 Meter unterhalb der Kathedrale in der Altstadt von Santa Marta, werden Naturprodukte der Sierra Nevada zu erschwinglichen Preisen angeboten.

Hin und wieder verirrt sich eine Mochila auch an eine Hüfte des weiblichen Geschlechts. Dies wird aber ohne Kommentar geduldet und als Bestätigung des guten Geschmacks der Männer gewertet.

 

Die alles entscheidende Frage aber zum Schluss, mit der sich alle Männer irgendwann einmal befassen müssen:

 

Linksträger oder Rechtsträger?

 

Und nur einfach über die Schulter hängend (etwas lässiger) oder über die linke Schulter auf der rechten Seite hängend (oder halt umgekehrt)? Die letztere Variante hat den Vorteil, dass der Beutel eng am Körper anliegt und kein Unbefugter unbemerkt darin herumstöbern kann.

 

Auch der Autor hat sich von der praktischen Seite dieser Kultur überzeugen lassen und wird in der nächsten Zeit den Umstieg vom "Touristenbeutel" zu einer "richtigen" Mochila vornehmen.

 

Ein Horst Schlämmer, mit seinem schwarzen Herrenhandtäschen, würde beim Anblick dieser Mochilakultur Luftsprünge vollführen und sicherlich sofort vom "Täschchen" zum "Säckchen" wechseln!

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Mon, 07 Feb 2011 19:37:25 -0600
<![CDATA[Von Alaska nach Feuerland]]> http://www.santa-marta.de/2011/01/12/von-alaska-nach-feuerland/ http://www.santa-marta.de/2011/01/12/von-alaska-nach-feuerland/

Petra und Bernd Hiltmann beim Stop in Santa Marta

Die beiden haben sich so richtig was vorgenommen: In knapp drei Jahren durch Amerika - von oben nach unten!

Und in der letzten Woche haben Sie sich hier in Santa Marta umgesehen und Ruhe getankt, dafür ist Santa Marta ja perfekt geeignet. Auf dem Campingplatz in der Calle 21 in Rodadero haben wir die Beiden - falsch - die Drei getroffen. Retriever Basko ist fester Bestandteil der Expedition und hatte hier ganz schön mit der Wärme und den Zancudos zu kämpfen.

Bei einem kühlen "Club Colombia" kamen wir ins Gespräch: Ab Mai 2009 sind Sie mit ihrem Hobby Siesta 650 unterwegs. Zuerst durch Kanada nach Alaska zum Begin der Panamericana. Und ab dort nur noch den Globus runter!

Als typisch fleißiger Deutscher schreibt Bernd ein Reisetagebuch, auf 1001 Tage Amerika kann man seine Erlebnisse nachlesen. Auch beim Reisemobilhersteller gibt es unter Abenteuer_Hobby/1001_Tage  weitere Informationen.

Hauptgesprächsthema an diesem Abend war aber die abenteuerliche Reise von Team und Gefährt von Panama nach Cartagena. Nicht nur die Straße ist in Panama unterbrochen, auch das Team wurde getrennt. Und hat erst unter widrigen Umständen wieder zusammengefunden. Alles nachzulesen in den nächsten Berichten der Beiden.

Ab heute sind die Drei wieder unterwegs. Zuerst nach Bogota: Die "Catedral de Sal" in Zipaquira wollen Sie sich unbedingt antun. Danach wieder auf die Panamericana Richtung Ecuador.

 

Liebe Leser, eine Bitte: Wenn Ihr das Reisemobil mit dem Nummernschild "Alemania" irgendwo seht - geht hin und trinkt mit den beiden ein kühles "Club". Ihr werdet viele spannende Geschichten hören und die beiden sind auch sehr an den Besonderheiten der jeweiligen Region interessiert.

 

Alles Gute für die weitere Reise und viele lustige und interessante Erlebnisse. So schön warm wie bei uns hier werdet ihr es ab jetzt nicht wieder haben!

 

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Wed, 12 Jan 2011 00:31:04 -0600
<![CDATA[Els Knockaert hat ihr Paradies gefunden]]> http://www.santa-marta.de/2010/12/18/els-knockaert-hat-ihr-paradies-gefunden/ http://www.santa-marta.de/2010/12/18/els-knockaert-hat-ihr-paradies-gefunden/
Die belgische Malerin Els Knockaert auf ihre Finca in der Sierra Nevada de Santa Marta
Die belgische Malerin Els Knockaert bei der Arbeit auf ihre Finca in der Sierra Nevada de Santa Marta

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Die belgische Malerin Els Knockaert ist viel auf der Welt herumgekommen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung verdiente Sie sich Ihre Reisen durch den Fernen Osten und Afrika als Kunstlehrerin und künstlerische Mitarbeiterin. Verzaubert von der Natur und den Menschen entschieden Els und ihr Partner sich in Kolumbien niederzulassen. Hier wurde auch Ihr Sohn geboren.

Auf Ihrer Finca, am Paso del Mango in der Nähe von Santa Marta, findet Sie, im direkten Kontakt mit den Nachbarn und Menschen der Umgebung, die Inspiration und die Modelle für die aktuelle Serie "Kinder der Welt".

Ihre stark ausdrucksvollen Arbeiten spielen mit dem Licht und Schatten und vibrierenden Farben der karibischen Sonne. Ihre Leinwände strahlen menschliche Wärme und Heiterkeit von Kindern in einem Ausbruch von Spontaneität aus.

 

 

Die Vernissage im "La Puerta" in Santa Marta

Die rustikal - gemütliche Atmosphäre der Bar "La Puerta" in Santa Marta bildete die ideale Umgebung, um sich den Bildern von Els zwanglos zu nähern. Unterschiedliche Wahrnehmungen bei verschiedenen Entfernungen sorgten für spontane Diskussionen und interesante Gespräche.

Die Bilder unterschiedlicher Größe sind zwischen 100 und 800 Euro auch käuflich zu erwerben.

 

Zu sehen sind Bilder von Ihr noch bis zum 15. Januar im Hotel Hilton in Cartagena.

 

Weitere Informationen auch auf ihrer Webseite, aber leider nur in Spanisch, Englisch, Französisch und Niederländisch.  

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Sat, 18 Dec 2010 01:00:32 -0600
<![CDATA[Der Traum eines Lehrers: Das Projekt Biblioburro]]> http://www.santa-marta.de/2010/11/30/der-traum-eines-lehrers-biblioburro/ http://www.santa-marta.de/2010/11/30/der-traum-eines-lehrers-biblioburro/

(Alle Fotos durch anklicken vergrößerbar)

Vor über 13 Jahren hat der kolumbianische Grundschullehrer Luis Humberto Soriano Bohorquez seinen Schülern Hausaufgaben aufgegeben, die diese aber nicht erledigen konnten. In den umliegenden Dörfern seiner Schule in "La Gloria", im Departamento Magdalena, waren keine Bücher vorhanden, in denen die Kinder ihre Aufgaben recherchieren konnten.

Daraufhin packte Luis Soriano seine Bücher auf seine Esel und besuchte am Wochenende die Kinder in den Dörfern. Dies war der Anfang eines Lebenswerkes.

Ein Video mit englischem Untertitel über das Projekt

Damals hatte der Journalist Juan Gossain eine morgendliche Radiosendung im Sender RCN. Schüler sprachen Luis Soriano an, ob sie nicht das neuste Buch des Journalisten erhalten könnten. Daraufhin hat er einen Brief an den Sender geschrieben, in dem er von seinen beiden Eseln, Alpha und Beto, und seinem Einsatz für die Kinder in abgelegenen Bereichen berichtet hat. Und in dem er natürlich auch gefragt hat, wo er ein Exemplar des Buches für seinen Unterricht erwerben könne.

In der nächsten Woche herrschte helle Aufregung in den Dörfern: Juan Gossain hat den Brief in seiner Sendung vorgelesen und um ein persönliches Gespräch gebeten. Das darauf folgende Telefonat war der Anfang des Projektes Biblioburro, es folgten viele Buchspenden aus ganz Kolumbien.

Von diesen vielen Buchspenden fast überrollt, musste eine Bibliothek her. Eine private Spende von Baumaterialien einer Deutschen aus Bogota ermöglichte Luis, zusammen mit Freunden, im Jahre 2000 ein kleines Haus zu errichten und die Bücher zu organisieren. Heute offiziell anerkannt als "Biblioteca Rural Itinerante Bilblioburro" im Verband der öffentlichen Bibliotheken Kolumbiens.

Die neue Bibliothek

Luis Soriano möchte mit seinem Einsatz die Kinder der ländlichen Bevölkerung in abgelegenen Gebieten für Bildung interessieren und ihnen neue Horizonte eröffnen. Er möchte Perspektiven für das sonst vorgezeichnete Leben in der Landwirtschaft aufzeigen und die Bevölkerung ermutigen durch Bildung andere Antworten auf die alltäglichen Probleme zu finden. Automatisch wird die Landbevölkerung aber damit auch für die aktuellen Fragen in Kolumbien, zum Beispiel der Familienplanung und des Umweltschutzes, sensibilisiert.

 

Mehr Perspektiven durch Bildung - auch die Jugend der ländlichen Gebiete Kolumbiens hat eine Chance verdient !

Internationale Fernsehsender wurden auf ihn aufmerksam, bei CNN wurde Luis zum Held des Jahres nominiert. Um auch Kontakt zu internationalen Organisationen zu ermöglichen - dies ist einer natürlichen Person in Kolumbien nicht erlaubt - wurde im März 2010 die "Fundation Biblio Burro" gegründet. Dies ist eine gemeinnützige Organisation mit ausschließlich ehrenamtlichen Helfern, großteils Studenten. Es ist auch bereits ein kleines Netzwerk von Biblioburritos (kleine Bücheresel) entstanden: Getragen von Freiwilligen wird versucht, die Idee in der, teilweise sehr schwer zugänglichen, Sierra Nevada de Santa Marta umzusetzen.

 

Luis Soriano möchte in der Zukunft sein Projekt auf das gesamte ländliche Gebiet des Departamento Magdalena in Kolumbien ausweiten. Dafür braucht er viel Unterstützung.

 

Weitere Informationen und Kontakt unter: http://www.fundacionbiblioburro.com/

 

Wir unterstützen dieses Projekt, deutschsprachige Anfragen auch an unsere Mailadresse: [email protected]

 

 

 

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Tue, 30 Nov 2010 22:06:45 -0600
<![CDATA[Entstehung des Videos " Ella me cautivo" in Santa Marta]]> http://www.santa-marta.de/2010/11/08/entstehung-eines-musikvideos-in-der-umgebung-von-santa-marta/ http://www.santa-marta.de/2010/11/08/entstehung-eines-musikvideos-in-der-umgebung-von-santa-marta/

Letztes Jahr hatte der Sänger J. Balvin einen großen Hit hier in Kolumbien mit seiner Reggaeton-Hymne "Ella me cautivo". Der Text ist recht simpel gestrickt, ein unabhängiger Macho im besten Alter sieht die Frau seiner Träume und wird von Ihr gefangen genommen (cautivar). Mit der Melodie und dem eingängigen Refrain die ultimative Tanzaufforderung!

 

 

 

 

Der erste Teil des Videos wurde auf der Straße von Santa Marta nach Taganga gedreht, der Sänger stellt die Crew vor. Nachdem dem J. Balvin mehrfach versichert wurde wie hübsch er doch aussieht, kommt endlich auch das Ziel seiner Träume ins Bild. In den Straßen von Santa Marta wurden die Tanzeinlagen der dunkelhäutigen Schönheit gedreht, ein Traumstrand des Nationalparks Tayrona war der Hintergrund für weitere Scenen und das Finale fand vor der Kathedrale von Santa Marta statt.

 

Das offizielle Video findet Ihr auf Youtube hier.

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Mon, 08 Nov 2010 23:36:42 -0600
<![CDATA[Vogelbeobachtung und Bestandsueberwachung in der Sierra Nevada de Santa Marta]]> http://www.santa-marta.de/2010/08/21/%C3%BCberwachung-des-bestandes-des-santa-marta-rotschwanzsittichs/ http://www.santa-marta.de/2010/08/21/%C3%BCberwachung-des-bestandes-des-santa-marta-rotschwanzsittichs/

Erfassung von Daten im Naturreservat "La Cumbre" in der Sierra Nevada de Santa Marta

Anfang August war es wieder so weit: Die Überwachung des Santa Marta Rotschwanzsittichs (Pyrrhura viricata) stand an. In regelmäßigen Abständen wird in Naturreservat "La Cumbre", in dem in den vergangenen Jahren durch Renaturierung und gezielter Anpflanzung von Futter- und Nistpflanzen der Lebensraum der stark gefährdeten Art wiederhergestellt wurde, der Erfolg dieses Projektes überprüft. Auf 2600 Meter Höhe, im Quellgebiet des Toribo, wurde unter der Leitung des Ornithologen Cristobal Navarro Daten über den Vogelbestand gesammelt.

Die Anfahrt - ein Abenteuer

Dieses Jahr steht im Zeichen des "El Niño" Phänomens. In der Sierra Nevada ist, seit fast drei Monaten, täglich mindestens ein starker Regenschauer niedergegangen. Die Erde ist aufgeweicht und kann kein Wasser mehr aufnehmen, Rinnsale haben sich zu reißenden Flüssen entwickelt und die großteils ungeteerten Straßen haben tiefe Rinnen erhalten. Während der dreieinhalbstündigen Fahrt von Santa Marta nach "La Cumbre" werden wir im Allrad-Toyota ordentlich durchgeschüttelt. Instinktiv versuchen die Fahrgäste, bei zu starken Schräglagen, durch Gewichtsverlagerung auf eine Seite, das Umkippen des Fahrzeugs zu verhindern. Bis auf eine Situation, in der sich das Fahrzeug in den sehr tiefen Spurrillen verkeilt hatte und nur durch vereinte Männerstärken befreit werden konnte, ging aber alles gut aus.

Am Eingang des Reservats angekommen wurde erst einmal das Schuhwerk  gewechselt - in Gummistiefeln ging es ca. 600 Meter abwärts zur Finca der Familie Vega mit dem Gästehaus.

Die Aufgabe

Und morgens um 4 Uhr ging es diese 600 Meter wieder bergauf. Bei gefühlten 8 Grad mit 2 Lampen für 5 Personen (der Autor hatte auch vergessen, seine Lampe einzupacken) richtig steil bergauf (das Gefälle des Geländes wird auf den Fotos gar nicht so richtig deutlich). Am Ziel wurden wir um 5.50 Uhr mit einer fantastischen Aussicht auf die Bergspitzen der Sierra Nevada in der aufgehenden Sonne belohnt.

Auf einer Lichtung befinden sich 4 frei stehende Bäume, die von den Santa Marta Rotschwanzsittichen offensichtlich als Kommunikationsplatz genutzt werden. Ab 6.30 Uhr trafen verschiedene Gruppen der Sittiche, jeweils zwischen 8 und 15 Vögeln, auf den Bäumen ein und blieben mindestens 15 Minuten. Zwischenzeitlich befanden sich, geschätzte, 80 Vögel der bedrohten Art auf den Bäumen. Aus größerer Entfernung entstand fast der Eindruck, dass die Bäume leben und sich bewegen! Und das lautstarke Gekreische der Vögel unterstützt diesen Eindruck. 

 

Dies war auch der richtige Ort für das Aufstellen der Vogelnetze. Im Laufe des Vormittags wurden verschiedene Exemplare, meist Rotschwanzsittiche aber auch andere Vogelarten, gefangen. Die Tiere wurden sofort aus den Netzen befreit, gewogen, vermessen, auf Parasitenbefall untersucht und wieder freigelassen. Alle Tiere haben diese Aktion unversehrt überstanden! Auch der Biologe Juan Fernando Alzate und Jürgen Vega sind im schonenden Umgang mit den gefiederten Freunden geschult - keinem Exemplar wurde eine Feder gekrümmt. Die gewonnenen Daten sind wichtig für die Beurteilung der bisher durchgeführten Schutzmaßnahmen und die Planung weiterer Projekte.

Cristobal Navarro wird das Ergebnis dieser Überwachungen, die seit mehreren Jahren, mindestens sechs Mal jährlich, durchgeführt werden, in einem Artikel veröffentlichen. Eine Zusammenfassung dieses Artikels, in deutscher Übersetzung, werden Sie in diesem Blog lesen können.

Der Abstieg

Nach erneutem Abstieg zur Finca und dem Gästehaus, und einem herzhaften Abendessen, war der Abend recht kurz. Die Anstrengungen des Tages forderten ihren Tributt und am nächsten Morgen ging es um 4 Uhr, in Dunkelheit, Nässe und Kälte (10 Grad Celsius gilt hier als sehr kalt) wieder bergauf. Mittags wurde die Aktion, nach der Registrierung weiterer, seltener, endemischer Arten, beendet. Nach einem weitern, typischen Mittagessen bei der Familie Vega ging es eineinhalb Stunden bergab zum Treffpunkt mit Allrad-Fahrzeug. Bei der Abfahrt fühlte ich mich an Fernsehübertragungen von Offroadwettbewerben für Allradfahrzeuge erinnert. Der ortskundige und geübte Fahrer meisterte aber jede Klippe und Schräglage und nach drei weiteren Stunden erreichten wir, geschafft aber glücklich, wieder Santa Marta.

 

Gäste können an den nächsten Kontrollen im Oktober, im Dezember und im Februar teilnehmen, rechtzeitige Anmeldung sichert einen der drei bis vier Plätze. Besonders interressant für Studenten und engargierte Vogelkundler.

 

Im Zusammenhang mit diesem Beitrag stehen auch die Blogartikel "Das Reserva Natural La Cumbre in der Sierra Nevada", "Der Santa Marta Rotschwanzsittich", "Die Vögel von La Cumbre ", "Die Vögel von La Cumbre II" und der Ausflugstipp: Vogelbeobachtung im Naturreservat La Cumbre.

 

 

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Sat, 21 Aug 2010 01:37:55 -0500