Das Reserva Biologica Caoba

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Der deutsche Biologe Eberhard Wedler hat mit seiner Frau Gloria in jahrelanger Arbeit dieses 30 Hektar große Naturreservat aufgebaut.

Herzstück des Reservats ist ein ehemaliges Dorf der Tairona, einem Eingeborenenstamm mit einer hervorragenden Kultur, die von den spanischen Eroberern fast vollständig ausgerottet wurden. Zwischen den zwei Hügeln der ehemaligen Siedlungsfläche fließt ein Gebirgsbach mit kristallklarem Wasser aus der Sierra Nevada.

Durch das Reservat führt einer der Haupthandelswege der Tayrona vom Meer zu den größeren Siedlungen in den Bergen, auch eine Mautstation soll sich hier befunden haben. Eberhart Wedler hat ein Großteil dieser mit unbehauenen Steinen gepflasterten Wege freigelegt und restauriert.

Auf den alten Siedlungsflächen haben die Wedlers im letzten Jahr zwei Gästehäuser im Stil der Eingeborenen errichtet, jedoch mit allem Komfort der heutigen Zeit.

Oberhalb der Siedlungsfläche, auf der Spitze eines der Hügel, befindet sich der ehemalige Zeremonienplatz des Dorfes. Menschen mit dem Hang zur Meditation schwören auf die Aura dieses Platzes. 

Die Kogi

In der präkolumbianischen Epoche lebten in der Sierra verschiedene ethnische Gruppen. Eine Gruppe war die Tairos mit Ihrer Hauptstadt Taironaca. Von diesen Namen wurde die Generalbezeichnung der hier lebenden Gruppen mit ihren Dörfern abgeleitet.

Die spanischen Eroberer hatten vor allem Interesse am filigranen Goldschmuck der Einheimischen. Die Kultur und die ausgeprägten sozialen Strukturen waren nicht so wichtig. Durchgesetzt hat sich die bessere Waffentechnik, die Tairona wurden fast vollständig ausgerottet. Aus den wenigen Überlebenden des Gemetzels hat sich der Stamm der Kogi entwickelt, sie werden weithin als die legitimen Nachfahren der Tairos angesehen. Die Tradition der Kogi hatte im letzten Jahrhundert der Christianisierung von protestantischen und katholischen Gruppen standzuhalten sowie in den letzten Jahren dem Aufschwung des Tourismus.

 

Mit dieser Vorgeschichte ist die Scheu und die Zurückhaltung der Ureinwohner, der Zivilisation und uns modernen Menschen gegenüber, nur zu gut zu verstehen.

Eberhart Wedler ist es gelungen, im Laufe der Jahre ein Vertrauensverhältnis zu diesen Menschen aufzubauen. Der gemeinsame Respekt vor der Natur und seinen Lebewesen ist die Grundlage für die Annäherung der Indigenas und dem Biologenehepaar. Diese Beziehung ist sehr selten in der heutigen Zeit, die Ureinwohner versuchen in ihren Reservaten in der Sierra Nevada ihre ursprüngliche Lebensweise zu bewahren. Und dabei sind Touristen nicht zugelassen.

Auf dem Gelände des Reservats sind, unter Anleitung und Mithilfe von Mitgliedern des Stammes, die Nachbauten eines Versammlungshauses, eines Zeremonienhauses und einer Brücke, in Originalbauweise, entstanden.

 

Das Video oben zeigt einen kurzen Kameraschwenk über Kogis in ihrer traditionel weißen Kleidung in der Bauphase Anfang April 2011.

Die Pflanzen

Den Namen hat das Reservat wegen der vielen Mahagonibäume (Arboles de Caoba) erhalten, die zur Aufforstung angepflanzt wurden. Wedler hat von seinen Auslandsreisen auch viele Pflanzensamen mitgebracht, die im Bereich der Baumschule gezüchtet werden. Ein Kräutergarten mit über dreihundert Pflanzenarten, unterteilt nach den verschiedenen Herkunftsländern und Wachstumszonen, dient sowohl der Information als auch als Genbank.

Das Schmetterlingshaus

Wo ein Biologe ist, ist auch ein Weg! In fast viermonatiger Arbeit hat Eberhard Wedler die Fläche von ca. 200 qm gerodet, den eigentlich nährstoffarmen Boden mit selbst gemachten Kompost versorgt, Futterpflanzen für Raupen und Falter gepflanzt und mit einer Voliere umgeben. Die beiden Söhne des Verwalterehepaares, Yordis und Ronald, haben sich mit Freuden der Aufgabe der Ansiedlung und Pflege der Tiere und Pflanzen angenommen. Besonders Yordis, der Ältere der beiden, wirft mit den lateinischen Bezeichnungen von Flora und Fauna nur so um sich. Einfach klasse, ein Erlebnis!

In einer Ecke hat die Orchideenaufzucht ihren Platz gefunden. Eher zwangsläufig - außerhalb der Voliere wurden die Triebe regelmäßig von den Papageien zum Frühstück verspeist.

Die Fische des Reservats

Es gibt 7 Teiche in der Nähe des Flusses. In einem betreibt Eberhard Wedler Grundlagenforschung über die Züchtung des Arapaima, einer schnell wachsenden Amazonas-Fischart. In Aquakulturen in Asien sind bereits Exemplare mit einer Länge von 2,63 m und einem Gewicht von 185 kg gefangen worden.

In einem weiteren Teich kann der Besucher versuchen aus einem original Kanu aus der Amazonasregion die, bereits zu einer beträchtlichen Größe herangewachsenen, Besatzfische zu angeln. Andere Teiche sind Lebensraum für seltene Wasserpflanzen oder Zierfische.

Der Hilferuf der Pecariweibchen

Zwei Pecariweibchen im Reservat
Zwei Pecariweibchen im Reservat

Im Reservat leben auch, in einem Gehege, zwei einsame Pecariweibchen. Der Rest des Rudels, die süd- und mittelamerikanische Wildschweinart lebt normalerweise in Gruppen von 10 bis 100 Tieren, ist bei einem Unglücksfall abhandengekommen.

Wer hat ein Pecarimännchen übrig, damit die beiden "Damen" nicht mehr so allein sind und die Studien über eine mögliche wirtschaftliche Nutzung dieser Tierart weitergeführt werden können ?

Das Umfeld

Durch das Reservat fließt ein Gebirgsbach mit kaltem, klaren Wasser aus den Quellgebieten im oberen Bereich der Sierra Nevada. Es gibt kleine Mulden im Bachbett die zu einem erfrischenden Bad einladen, ein kleines Wegstück oberhalb befinden sich kleine Wasserfälle für eine "natürliche" Dusche.

In einem kleinen Restaurant kann man sich mit Erfrischungsgetränken und einem kalten Bier versorgen, auch landestypische Mahlzeiten gibt es für wenig Geld.

Der Eintritt beträgt 10.000 Pesos, bei Übernachtungen wird die Summe verrechnet. Informationen über die Möglichkeit unvergesslich Nächte im tropischen Trockenwald des Reservates zu erleben, erhalten Sie hier.

Hier ist auch ein idealer Stützpunkt für Wissenschaftler, die Forschungsprojekte in der Region durchführen. Leider, so Wedler, ist momentan das Interesse der einheimischen Wissenschaftler an der Erforschung der Kultur der Indios sehr gering.

Weitere Informationen unter: www.reserva-biologica-caoba.com

 

 

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